Die Bevölkerung der EU wird immer älter. Laut Eurostat 2013 werden im Jahr 2080 fast 29% der EU-28 Bevölkerung 65 Jahre alt oder älter sein. 2013 waren es noch 18%. Diese alternde Bevölkerung stellt die Gesundheits- und Sozialsysteme und die Pflege vor große Herausforderungen. Die Angehörigenpflege ist immer noch die größte Stütze der Pflegesysteme und so kommt pflegenden Angehörigen eine bedeutende Rolle zu – auch in Zukunft.

Laut dem Projektbericht des Interlinks FP7 Projekts wird die sogenannte informelle Pflege, also die ehrenamtliche Pflege, durch Angehörige, Freunden und Nachbarn geleistet. In den meisten Ländern der EU stehen den informell Pflegenden keine speziellen sozialen Rechte zu, obwohl sie viel für die Pflegebedürftigen und die Gesellschaft leisten. Dabei hat die Pflege oft Konsequenzen auf die Psyche und auf physischer und finanzieller Ebene.

Die berufliche oder professionelle Pflege beschäftigt ausgebildete Pflegekräfte. Sie sind meist bei Pflegediensten öffentlicher oder privater Träger angestellt oder werden direkt durch die betroffenen Familien beschäftigt um Pflege und Unterstützung für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörigen zu leisten.
Das professionelle Hilfsangebot in der Pflege geht aber noch über diese Pflegedienstleistungen hinaus. Auch Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Sozialversicherungsfachangestellte, Therapeuten und Pädagogen gehören zum Hilfenetz für betroffene Familien. Sie arbeiten direkt mit den Familien und unterstützen dabei, die professionelle Pflege mit der informellen Pflege zu vereinbaren.

Für beruflich in der Pflege und Angehörigenarbeit Tätige ist es manchmal nicht einfach, unterschiedliche Konzepte von Pflege zu verstehen und effizient miteinander zu vereinbaren. Das Ziel dieser Sektion der Internetplattform ist es daher, Ihnen Informationen über die Bedürfnisse pflegender Angehöriger zu geben und die große Bedeutung ihrer Leistung zu veranschaulichen. Angesprochen werden auch die Wichtigkeit einer frühen Diagnosestellung, die Belastungen der Pflege für Angehörige, Kommunikationsstrategien und rechtliche Aspekte.

 

 

Alle Texte in dieser Rubrik und den folgenden Unterseiten wurden von diesen Experten geprüft:

Gabriele Schröder, Hamburger Angehörigenschule der Diakonie Hamburg (www.hamburgerangehoerigenschule.de)

Katrin Kern, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (www.haw-hamburg.de)

Ute Bennani, Kath. Marienkrankenhaus gGmbH, Hamburg (www.marienkrankenhaus.org)

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