Pflege und Kindererziehung: Die “Sandwich-Generation”

Maria ist 40 Jahre alt und hat zwei Töchter, Katharina und Sophie, 8 und 5 Jahre alt. Sie arbeitet vollzeit als Sekräterin in einer Anwaltskanzlei. Vor Kurzem wurde Ihre Mutter, Helena, mit 78 Jahren mit Alzheimer diagnostiziert. Helen war immer sehr selbstständig und wollte keine Hilfe von anderen Familienmitgliedern. Sie lebt in Ihrer eigenen Wohnung in der Nähe von Maria.

Vor der Diagnose besuchte Maria ihre Mutter 3-4 Mal die Woche, aber nun hat sich die Situation geändert und Maria muss jeden Tag bei ihr sein. Helen weigert sich, MitarbeiterInnen eines Pflegediensts zur Unterstützung zu nehmen, weil Sie sagt, dass diese sie beklauen werden.

Maria hat vor Kurzem auch mit Ihrem Arbeitgeber gesprochen und darum gebeten, dass Ihre Arbeitszeit reduziert wird.

Maria macht sich außerdem Sorgen über Ihre Kinder, denn jetzt sind sie noch in dem Alter, in dem sie sie brauchen. Maria’s Mann hatte außerdem eine Arbeitszeitreduzierung beantragt, um sich mehr um die Kinder kümmern zu können.

Vor zwei Tagen hat Maria im Internet nach Informationen über Alzheimer gesucht und fand glücklicherweise ein Telefonberatungsangebot für Angehörige von Menschen mit Demenz.

 

Fälle, wie der von Maria, sind ein Beispiel für die sogenannte „Sandwich Generation“. Maria ist eine von vielen pflegenden oder unterstützenden Angehörigen, die die Pflege eines Elternteils oder anderen Menschen mit der Erziehung der eigenen Kinder unter einen Hut bringen müssen.

“Sandwich-Generation”: Pflegende Eltern unter Druck

Eltern der „Sandwich Generation“ fühlen sich oft emotional und finanzielle überfordert mit dem Druck, die Erziehung der Kinder und die Pflege eines alten Menschen gleichzeitig zu bewerkstelligen. Das zeigen neue Untersuchungen von Carers UK.

Die britische Untersuchung zeigte, dass 42% aller befragten pflegenden „Sandwich“ Angehörigen mit ihrer Situation zu kämpfen haben, da ihre Karriere, ihre Finanzen und Beziehungen darunter litten. Drei Viertel der Befragten sahen eine Verringerung ihres Einkommens und 95% sagten, dass Sie der Druck und Stress der Pflege und Erziehung in ihrer Berufstätigkeit negativ beeinflusste.

Zwei Drittel der Befragten gaben außerdem an, dass Ihre Beziehung zu Ihrem Partner und zu Freunden durch die doppelte Pflege- und Erziehungsverantwortung gelitten hat.

Auf Grund des demografischen Wandels werden sich solche Konstellationen, wie sie die sogenannten “Sandwich-Generationen” heute erleben, auch in Deutschland häufen. Die dringende Forderungen von Carers UK nach Unterstützung von Betroffenen am Arbeitsplatz und durch Leistungsanbieter im Pflege- und Gesundheitssystem dürfte also auch für Deutschland gelten.

Heléna Herklots, Geschäftsführerin von Carers UK sagt: “Die Alterung der Gesellschaft bedeutet, dass die Pflege von älteren und behinderten Angehörigen für unsere Familien zum Alltag werden wird. Die Anbieter professioneller Unterstützungsangebote für Pflegende und Arbeitgeber müssen sich auf diese Realität einstellen. Zur Zeit können viele Familien notwendige Hilfen und Unterstützung oft noch nicht in Anspruch nehmen und sehen sich vor der gleichzeitigen Verantwortung für Kindererziehung, Pflege und Beruf – unter Druck von allen Seiten und mit negativen Effekten auf ihre Finanzen, Karrieren und persönlichen Beziehungen.”

 

Den vollständigen Bericht zur Untersuchung auf Englisch finden Sie hier: Carers UK.

Die Umfrage Carers UK Sandwich Caring Survey wurde im Oktober 2012mit 1009 Menschen durchgeführt, die sich um mindestens ein minderjähriges Kind und einen älteren oder behinderten Erwachsenen gleichzeitig kümmerten.

Erste Schritte zur Unterstützung

Im Folgenden finden Sie Links zu anderen Abschnitten dieser Internetplattform, die eine erste Anlaufstelle zur Orientierung für Sie sein können:

 

Inhalte übersetzt aus Originalquelle. Mit freundlicher Genehmigung von: