Angehörige und Menschen mit Pflege- oder Betreuungsbedarf bekommen unter bestimmten Voraussetzungen vom Staat und den Pflegeversicherungen Unterstützung für Pflegekosten.

Informieren Sie sich auf den folgenden Unterseiten zu den Leistungen der Pflegeversicherung und Krankenversicherung und den jeweiligen Voraussetzungen, sowie zur Hilfe zur Pflege vom Sozialamt.

 

Leistungen der Pflegeversicherung im Überblick

Die gesetzliche Pflegeversicherung hat die Aufgabe, ihren Versicherten im Pflegefall zu helfen um eine Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder eine Verbesserung zu erreichen. Solche Hilfen können in Form von Geldleistungen oder Sachleistungen durch die Versicherung erbracht werden.

Folgende Leistungen der Pflegeversicherung gibt es ganz grundsätzlich für Versicherte im Bedarfsfall und wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistung
  • Oder Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung
  • Verhinderungspflege
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
  • Pflegeberatung
  • BZusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen
  • Tagespflege und Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • vollstationäre Pflege (zum Beispiel im Pflegeheim)
  • Zahlung von Renten- und Unfallversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige
  • Zuschuss zu Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige bei Pflegezeit
  • Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen
  • Zuschüsse für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen

Pflegegeld

Das Pflegegeld ist eine Leistung der Pflegeversicherung. Dort heißt es genauer: Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen. Es steht allen Versicherten mit einer Pflegestufe zu. Mit dem Pflegegeld sollen Versicherte ehrenamtlich Pflegenden, zum Beispiel Angehörigen oder Freunden, für ihre Arbeit eine Vergütung geben oder Auslagen erstatten können. Auch Versicherte mit eingeschränkter Alltagskompetenz ohne Pflegestufe können Pflegegeld bekommen.

Die Höhe des Pflegegelds richtet sich dabei nach der Höhe der Pflegestufe. Pflegegeld bekommen Versicherte aber nur, wenn sie einen Antrag dazu bei der Pflegekasse stellen. Nachweise über den Einsatz des Pflegegeldes müssen Versicherte nicht abliefern.

Bei Bezug von Pflegegeld müssen Pflegende und Betroffene regelmäßige Beratungsbesuche in Anspruch nehmen. Dadurch sollen Sie zu Hause bei der Pflege beraten werden, Tipps bekommen  und mögliche Hilfen kennenlernen. Diese Beratungen sind für Sie kostenlos.

Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld:

  • Einstufung in Pflegestufe I oder höher oder festgestellte eingeschränkte Alltagskompetenz (“Pflegestufe 0”)
  • Die Pflege erfolgt zu Hause, in der Wohnung von Angehörigen, in einer Wohngemeinschaft oder im Betreuten Wohnen durch Angehörige oder andere ehrenamtlich Pflegende
  • Der oder die Versicherte lebt nicht in einem Pflegeheim und wird nicht ausschließlich von professionellen Pflegediensten versorgt
Wenn Sie volles Pflegegeld beziehen haben Sie zusätzlich Anspruch auf 50% der Zuschüsse zur Tages- und Nachtpflege.

Höhe des Pflegegelds pro Monat:

Pflegestufe: Höhe des Pflegegelds Höhe des Pflegegelds bei zusätzlicher eingeschränkter Alltagskompetenz
0 123€
1 244€ 316€
2 440€ 545€
3 728€ 728€

 

Wichtig: Das Pflegegeld wird für Sie nicht als Einkommen angerechnet. Es ist also nicht steuerpflichtig und wird auch nicht auf Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe angerechnet!

Auch während der Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege bekommen sie weiterhin die Hälfte des Pflegegeldes ausgezahlt!

 

Alle Texte in dieser Rubrik werden von Experten geprüft. Dieser Text wurde geprüft von Mitarbeitern eines Pflegestützpunkts. Wir danken den jeweiligen Experten für Ihre wertvolle Unterstützung.

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen sind eine Leistung der Pflegeversicherung. Sie stehen grundsätzlich allen Versicherten mit einer Pflegestufe zu.

Pflegesachleistung meint den Zuschuss der Pflegekasse zu den Kosten für Pflegedienste oder andere professionellen Pflegekräfte. Die Leistungen werden von den Pflegeanbietern direkt mit Ihrer Pflegekasse abgerechnet. Sie können dabei zwar den Pflegedienst selbst auswählen, müssen aber darauf achten, dass dieser Vertragspartner Ihrer Pflegekasse sind.

Auch Versicherte mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Pflegestufe 0) ohne Pflegebedarf können Pflegesachleistungen bekommen. Die Höhe der Pflegesachleistung richtet sich generell nach der Höhe der Pflegestufe.

Sollten Sie insgesamt mehr Leistungen des Pflegeanbieters einkaufen, als die Pflegekasse Ihnen bezahlt, müssen Sie den Restbetrag selbst finanzieren. Bei geringem Einkommen und Vermögen können diese Kosten unter Umständen vom Sozialamt übernommen werden. Mehr Informationen dazu finden Sie weiter unten in der Rubrik “Hilfe zur Pflege”.

Wenn Sie bisher Pflegegeld bezogen haben, müssen Sie einen Antrag stellen, wenn Sie stattdessen nun Pflegesachleistungen beziehen wollen. Wenn Sie den Zuschuss der Versicherung für Pflegesachleistungen nicht vollständig in Anspruch nehmen, können Sie zusätzlich anteilig Pflegegeld bekommen. Näheres finden Sie im Kapitel “Kombinationsleistung”.

 

Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld:

  • Einstufung in Pflegestufe 0 oder höher
  • Die oder der Versicherte lebt zu Hause, in der Wohnung von Angehörigen, in einer Wohngemeinschaft oder im Betreuten Wohnen
  • Der oder die Versicherte lebt nicht in einem Pflegeheim
Wenn Sie den vollen Zuschuss zu Pflegesachleistungen beziehen, haben Sie zusätzlich Anspruch auf 50% der Zuschüsse zur Tages- und Nachtpflege.

Höhe des Zuschusses zu Pflegesachleistungen pro Monat:

Pflegestufe: Höhe des Pflegegelds Höhe des Pflegegelds bei zusätzlicher eingeschränkter Alltagskompetenz
0 231€
1 468€ 689€
2 1144€ 1298€
3 1612€ (im Härtefall bis 1995€) 1612€ (im Härtefall bis 1995€)

 

Alle Texte in dieser Rubrik werden von Experten geprüft. Dieser Text wurde geprüft von Mitarbeitern einer Sozialstation. Wir danken den jeweiligen Experten für Ihre wertvolle Unterstützung.

Kombinationsleistung von Pflegegeld und Pflegesachleistung

Versicherte der Pflegeversicherung haben bei Bedarf Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistung. Sie können entweder eine der beiden Leistungen zu 100% in Anspruch nehmen oder beide Leistungen zu verschiedenen Anteilen kombinieren.

Wenn Sie zum Beispiel Pflegesachleistungen nur zu 60% in Anspruch nehmen, bekommen Sie noch 40% des Pflegegeldes ausbezahlt. Wenn Sie Pflegesachleistungen zu 90% in Anspruch nehmen, bekommen Sie noch 10% Pflegegeld.

Praktisch würde das bedeuten, dass der pflege- oder unterstützungsbedürftige Mensch von professionellen Pflegekräften und von Angehörigen versorgt wird. Professionelle und Ehrenamtliche teilen sich also die Pflege auf. Wenn Angehörige manche Pflegeaufgaben nicht durchführen können oder sie zu bestimmten Tageszeiten wegen Beruf oder Familie nicht vor Ort sein können, kann eine Kombinationsleistung sinnvoll sein.

Wenn Sie sich für eine bestimmte Kombination entscheiden, sind Sie für 6 Monate an diese Aufteilung gebunden. Das gilt aber nicht bei einer Änderung der Pflegesituation, die eine andere Regelung erfordert.

Tagespflege und Nachtpflege

Tagespflege und Nachtpflege meint die Betreuung Ihres Angehörigen in einer Einrichtung oder einem Heim über Tag oder Nacht. Sie sind als Unterstützung der Pflege zu Hause und vor allem der Entlastung der pflegenden Angehörigen gedacht und können in Anspruch genommen werden, wenn sonst die Pflege nicht sichergestellt werden kann – zum Beispiel wenn die Pflegeperson tagsüber arbeitet. Die Einrichtung versorgt und betreut Ihren Angehörigen dort von morgens bis Nachmittags beziehungsweise von Abends bis zum nächsten Morgen. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für die Tages- oder Nachtpflege bis zu einer bestimmten Höhe abhängig von der Pflegestufe.

 

Voraussetzung für Tages- und Nachtpflege:

  • Einstufung in eine Pflegestufe I,II oder III oder “0”
  • Die Pflege zu Hause kann sonst nicht sichergestellt oder aufgenommen werden (zum Beispiel wenn Angehörige arbeiten oder nachts nicht durchschlafen können)

 

Inhalt der Leistung:

Übernahme der Kosten für Tages- oder Nachtpflege je nach Pflegestufe:

  • Bei Pflegestufe “0” 231 € pro Monat
  • Bei Pflegestufe 1 bis 468€ pro Monat (mit eingeschränkter Alltagskompetenz 689€)
  • Bei Pflegestufe 2 bis 1144€ pro Monat (mit eingeschränkter Alltagskompetenz 1298€)
  • Bei Pflegestufe 3 bis 1612€ pro Monat

Mehr Informationen über die Tagespflege (Beantragung, Kosten, Suche nach Plätzen) finden Sie in der Rubrik „Pflege zu Hause“.

Leistungen der Pflegeversicherung zur Verhinderungspflege

Verhinderungspflege kann in Anspruch genommen werden, wenn die Hauptpflegeperson für eine kurze Zeit die Pflege nicht ausführen kann, zum Beispiel wegen Krankheit, Urlaub oder beruflichen Verpflichtungen. Der pflege- oder unterstützungsbedürftige Mensch kann dann für diese Zeit in einer Pflegeeinrichtung wohnen. Dort wird die Person pflegerisch versorgt, betreut und kann am Freizeitprogramm teilnehmen. Die Einrichtung kümmert sich um alle Bedürfnisse der Bewohner. Die Verhinderungspflege kann aber auch zu Hause durch einen Pflegedienst oder eine andere, private Pflegeperson erfolgen. Die Pflegekasse übernimmt dabei die Kosten bis zu 1612€ pro Kalenderjahr.

Wenn eine nah-verwandte Person die Verhinderungspflege für weniger als 8 Stunden am Tag übernimmt, bekommen die Versicherten weiterhin das volle Pflegegeld ausgezahlt. Dieses kann er dann an die Pflegeperson weitergeben. Die Pflegeperson kann allerdings auch zusätzlich anfallende Kosten, wie Fahrtkosten oder Verdienstausfälle durch die Pflegekasse erstattet bekommen.

 

Voraussetzung zur Kostenübernahme:

  • Die Pflege oder Unterstützung erfolgt schon seit mindestens 6 Monaten durch eine ehrenamtliche Pflegeperson, zum Beispiel durch Angehörige.
  • Eine Pflegestufe I,II oder III liegt ebenfalls seit 6 Monaten vor oder Leistungen auf Grund eingeschränkter Alltagskompetenz (Pflegestufe “0”) dürfen bezogen werden.

 

Inhalt der Leistung:

Kostenerstattung für:

  • Ersatzweise Pflege durch professionelle Pflegekräfte für max. 6 Wochen im Jahr und max. 1612€ – zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung.
  • Oder ersatzweise Pflege durch entfernte Verwandte, Nachbarn oder andere ehrenamtliche Pflegende, die nicht im gleichen Haushalt wohnen, für max. 6 Wochen im Jahr und max. 1612€
  • Oder ersatzweise Pflege durch nahe Verwandte für max. 6 Wochen. Gezahlt wird dann das 1.5-fache des Pflegegeldes, das für die entsprechende Pflegestufe zusteht.
  • Fahrtkosten und Verdienstausfall für nahe Angehörige, die die Pflege übernehmen
  • Pflegegeld wird auch während der (Vollzeit-) Verhinderungspflege zur Hälfte weitergezahlt. Am ersten und letzten Tag sogar zu 100%.
  • Bei unter 8 Std. Verhinderung der (Haupt)Pflegeperson bleibt das volle Pflegegeld zwar erhalten, aber die 6 Wochen Anspruchsdauer werden um den Tag vermindert.

Beispiele:

Herr P. wird zu Hause von seiner Frau gepflegt. Er hat Pflegestufe 2. Seine Frau geht für 3 Wochen in Erholungsurlaub.

Wenn Herr P. nun von seiner berufstätigen Tochter für 4 Wochen gepflegt werden würde, bekäme er von seiner Pflegekasse das Pflegegeld in Höhe von max. 458€. Da aber die Tochter Fahrtkosten und Verdienstausfälle hätte, würde die Pflegekasse des Vaters die daraus entstehenden Kosten und Verdienstausfälle erstatten.

Wenn Herr P. aber einen ambulanten Pflegedienst mit der Verhinderungspflege beauftragen würde, würde die Pflegekasse die Kosten für bis zu 1612€ übernehmen.

Wenn die Einschränkungen oder die Erkrankung von Herrn P. eine Ersatzpflege zu Hause nicht ermöglichen würde, könnte Herr P. für 6 Wochen auch in ein Pflegeheim oder eine Kurzzeitpflegeeinrichtung ziehen. Die Pflegekasse würde dann alle Kosten bis zu 1612€ übernehmen, außer den Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Mehr Informationen über die Verhinderungspflege und eine Anleitung zur Beantragung finden Sie in der Rubrik „Pflege zu Hause“ und auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Leistungen der Pflegeversicherung zur Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege ist die Pflege und Betreuung eines Menschen für einige Tage oder Wochen in einer stationären Einrichtung, zum Beispiel einem Pflegeheim oder einer Kurzzeitpflegeeinrichtung. Der Mensch mit Pflege- oder Betreuungsbedarf lebt also für eine kurze Zeit in einer Pflegeeinrichtung. Gründe für eine Kurzzeitpflege können die Erkrankung oder ein Urlaub der pflegenden Angehörigen sein. Aber auch eine plötzliche Pflegebedürftigkeit des betreffenden Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt kann eine Kurzzeitpflege notwendig machen, wenn zu Hause so schnell noch keine Pflege sichergestellt werden kann.

 

Voraussetzungen für die Kostenübernahme der Kurzzeitpflege durch die Pflegekasse:

  • Die Pflege zu Hause kann nicht sichergestellt werden, wegen:
    • Krisensituation (Erkrankung oder Überforderung der Pflegeperson, Urlaub der Pflegeperson, Renovierungen im Haus etc.)
    • Übergangszeit nach einem Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt zur erstmaligen Organisation der Pflege oder zur Neuorganisation, wenn sich der Gesundheitszustand verändert hat
  • Einstufung in eine Pflegestufe (0 oder höher)
  • Die Kurzzeitpflegeeinrichtung ist von Ihrer Pflegekasse anerkannt.

 

Kurzzeitpflege und Verhinderungs-pflege ermöglichen es Angehörigen, eine Pause zu machen. Leider nutzen nur wenige Angehörige diese Angebote. Achten Sie auf sich selbst und nehmen Sie sich Auszeiten! Nur so bleiben Sie fit für die Pflege!

Inhalt der Leistung

  • Anspruch auf Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung oder unter Umständen auch Reha-Klinik
  • für max. 28 Tage (Sie können das aber auch über das Jahr aufteilen)
  • Übernahme der Pflegekosten bis max. 1612€ pro Kalenderjahr (Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen als Eigenanteil selbst gezahlt werden – Übernahme über Sozialamt bei Bedürftigkeit möglich)
  • Wenn Pflegegeld bezogen wird, wird dieses auch während der Kurzzeitpflege zur Hälfte weitergezahlt.

Die Höhe der Kostenübernahme von 1612€ ist dabei unabhängig von der Pflegestufe der Betroffenen.

Eine ausführliche Beschreibung über die Kurzzeitpflege, Gründe für die Inanspruchnahme und eine Anleitung zur Beantragung finden Sie in der Rubrik „Wenn die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist…“.

Leistungen der Pflegeversicherung zu Pflegehilfsmitteln und Wohnungsumbau

Pflegebedürftige Menschen haben Anspruch darauf, dass Ihnen Ihre Wohnumgebung keine Barrieren für die Bewältigung des Alltags in den Weg legt. Sie haben Anspruch auf technische Pflegehilfsmittel oder Verbrauchsmaterialien, die ihnen und ihren Angehörigen den Pflegealltag ermöglichen oder erleichtern. Pflegehilfsmittel, die von den Pflegekassen finanziert werden, finden Sie im Hilfsmittelverzeichnis der Kranken- und Pflegekassen (ab Punkt 50).

Wichtig zu wissen ist: dieser Katalog ist nicht abschließend. Theoretisch können Sie auch die Kostenübernahme von nicht gelisteten Pflegehilfsmitteln beantragen, wenn diese die oben genannten Kriterien erfüllen. Lassen Sie sich dabei von Pflegeberatungsstellen beraten. Mehr Informationen zu Pflegehilfsmitteln finden Sie hier unter der Rubrik „Pflege zu Hause“.

Sogar Umbauten in der Wohnung oder Verbesserungen des Wohnumfeldes werden von den Pflegekassen bezuschusst. Das kann zum Beispiel der Einbau einer Rollstuhlrampe sein oder der Einbau einer Dusche ohne Schwellen ins Badezimmer. Hierzu beraten Sie gerne lokale Pflege- und Wohnberatungsstellen.

 

Voraussetzungen für die Kostenübernahme:

  • Eine Pflegestufe I-III oder eine eingeschränkte Alltagskompetenz muss festgestellt worden sein
  • Die Pflegehilfsmittel müssen notwendig und wirtschaftlich sein
  • Durch das Pflegehilfsmittel wird die Pflege erleichtert oder die Beschwerden des Pflegebedürftigen Menschen können gelindert werden oder eine selbständigere Lebensführung kann ermöglicht werden
  • Die Mindestversicherungsdauer in der Pflegeversicherung muss erfüllt worden sein
  • Ein Antrag muss gestellt werden

 

Inhalt der Leistung der Pflegeversicherung:

  • 40€ monatlich für Verbrauchsmaterialien wie Einweghandschuhe
  • Übernahme der Kosten für technische Pflegehilfsmittel mit einer Eigenbeteiligung von 10% aber maximal 25€.
  • Bei Bedarf auch kostenlose Leihe von technischen Pflegehilfsmitteln
  • Übernahme der Kosten für Wartung, Reparaturen und Schulungen für technische Pflegehilfsmittel
  • Zuschüsse zu wohnumfeld-verbessernden Maßnahmen bis je maximal 4000€

Leistungen der Pflegeversicherung zur Pflege in stationären Einrichtungen (z.B. Pflegeheim)

Menschen, die in einem Pflegeheim gepflegt oder betreut werden, bekommen von ihrer Pflegeversicherung Zuschüsse zu den Kosten des Heimplatzes – den Kosten für die Pflege und Betreuung. Dazu kommen die sogenannten Investitionskosten. Das sind die Kosten, die das Heim zum Beispiel für Miete oder Instandhaltung aufwenden muss.

Die Zuschüsse der Pflegeversicherung richten sich nach der Höhe der Pflegestufe des Bewohners und sind unabhängig von der Höhe der eigentlichen Heimkosten. Alle Kosten, die über den Zuschuss der Versicherung hinaus gehen, müssen von den Bewohnern oder deren Familien selbst getragen werden. Im Bedarfsfall kann das Sozialamt die Kosten übernehmen. Mehr dazu finden Sie auf der Seite „Hilfe zur Pflege“ in dieser Rubrik.

 

Voraussetzung für die Kostenübernahme

  • Ein Umzug in ein Pflegeheim ist notwendig, das heißt, die Pflege zu Hause ist nicht (mehr) möglich
  • Das Heim ist von Ihrer Pflegekasse anerkannt
  • Eine Pflegestufe I oder höher wurde zugesprochen. Auch Menschen mit Demenz bekommen nur einen Zuschuss, wenn Sie eine Pflegestufe I oder höher haben.

 

Leistungen der Pflegeversicherung

Zuschuss zu den Pflege- und Betreuungskosten:

  • Bei Pflegestufe 1: 1064€
  • Bei Pflegestufe 2: 1330€
  • Bei Pflegestufe 3: 1612€
  • Bei Pflegestufe 3 mit Härtefall: 1995€ (zum Beispiel bei schwerer Demenz oder Krebs im Endstadium)

Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen als Eigenanteil selbst gezahlt werden – Übernahme über das Sozialamt ist bei Bedürftigkeit möglich.

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Krankenversicherung übernimmt für Versicherte neben den Kosten für Behandlung oder Erkennung von Erkrankungen auch folgende Kosten:

  • Häusliche Krankenpflege
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Hospizaufenthalte
  • Hilfsmittel

Diese Leistungen sind, neben denen der Pflegeversicherung, auch für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen wichtig. Häusliche Krankenpflege wird vom behandelnden Arzt verordnet und kann zum Beispiel von ambulanten Pflegediensten durchgeführt werden.

 

Rehabilitationsmaßnahmen können auch für pflegebedürftige Menschen wichtig sein, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, um schwerere Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder zu mindern. Sie wird oft in speziellen Rehabilitationskliniken angeboten, wo Betroffene für einige Wochen wohnen und medizinische, pflegerische oder ergotherapeutische Leistungen erhalten. Mehr Informationen bekommen Sie von Ihrer Kranken- oder Pflegekasse oder bei Pflegeberatungsstellen vor Ort.

 

Hospize geben Menschen am Ende ihres Lebens die Chance, in einer friedlichen Umgebung gut versorgt und betreut zu sterben. Auch pflegebedürftige Menschen können einen Platz im Hospiz bekommen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn zu Hause die notwendige Pflege am Lebensende nicht mehr von Angehörigen und Pflegekräften geleistet werden kann. Mehr Informationen bekommen Sie von Ihrer Krankenkasse. Sie hilft Ihnen auch, Hospize in Ihrer Nähe zu finden.

 

Hilfsmittel helfen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bei der Pflege. Sie sind nicht zu verwechseln mit Pflegehilfsmitteln. Die Unterschiede sind jedoch meist schwer zu erkennen. Mehr Informationen zu Hilfsmitteln finden Sie unter der Rubrik „Pflege zu Hause“.

Hilfe zur Pflege

Menschen mit Pflege- oder Unterstützungsbedarf können bei finanzieller Bedürftigkeit Unterstützung vom Sozialamt zur Deckung der Pflegekosten bekommen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Zuschüsse der Pflegeversicherung nicht ausreichen. Auch Menschen, die keine Pflegestufe haben, können Anspruch auf Hilfe zur Pflege haben.

Konkret können durch Hilfe zu Pflege die Kosten oder Restkosten für ambulante Pflege, Kurzzeitpflege, Pflege im Heim oder teil-stationäre Pflege übernommen werden. Auch die Kosten für Hilfsmittel können vom Sozialamt übernommen werden.

 

Voraussetzungen für den Bezug von Hilfe zur Pflege

  • Eine körperliche, geistige oder seelische Erkrankung oder Behinderung
  • und Hilfebedarf bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität, im Haushalt oder im Einzelfall auch in anderen Bereichen
  • Kein Anspruch auf Leistungen von anderer Stelle, zum Beispiel durch Pflegeversicherung oder Leistungen und Zuschüsse andere Träger reichen nicht aus
  • Vermögen von, im Regelfall, maximal 2600€
  • Einkommen, dass nicht zur Deckung der Pflegekosten ausreicht.

Die Entscheidung des Sozialamts, ob Hilfe zur Pflege zugesprochen wird, basiert immer auf einer individuellen Berechnung des jeweiligen Einkommens. Die konkreten Regelungen können dabei von Sozialamt zu Sozialamt unterschiedlich sein. Deswegen lassen Sie sich am besten vom Sozialamt direkt beraten, dieses ist verpflichtet, Ihnen Auskünfte zu geben.

Generell gilt, dass das Sozialamt stationäre Leistungen, wie Pflege im Heim, oder teilstationäre Leistungen, wie Tagespflege, nur übernimmt, wenn eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist.

 

Elternunterhalt

Hilfe zur Pflege erhalten Menschen nur dann, wenn sie bedürftig sind. Also wenn das Vermögen und Einkommen nicht ausreicht, um die Kosten für Pflege und Betreuung zu decken. Dabei wird vom Sozialamt nicht nur das eigene Einkommen und Vermögen berücksichtigt, sondern auch das Einkommen des Ehepartners und gegebenenfalls der erwachsenen Kinder. Diese sind im Bedarfsfall unterhaltspflichtig gegenüber ihren Eltern.

Wenn Menschen Hilfe zur Pflege beantragen und erhalten, prüft also das Sozialamt, ob eigene Kinder ein so hohes Einkommen haben, dass sie unterhaltspflichtig sind. In diesem Fall würde das Sozialamt dann an die Kinder treten und die (anteilige) Rückzahlung der Hilfe zur Pflege fordern.

Kinder müssen aber nur dann zahlen, wenn das eigene Einkommen oder Vermögen über der sogenannten Schongrenze liegt. Die Berechnung erfolgt vom Sozialamt immer individuell und hängt von den konkreten Umständen ab. In der Regel liegt das Schonvermögen für Einzelpersonen bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1600€ und einem Vermögen von 100 000€. Selbst genutzte Immobilien und Altersvorsorge gelten meist nicht als Vermögen. Auch werden Ausgaben für Kinder und Kredite mitberücksichtigt. In Familien wird normalerweise das gesamte Einkommen zusammengenommen, so kann es auch passieren, dass das Einkommen von Ehepartnern der Kinder angerechnet wird, wenn dieses 1280€ im Monat übersteigt.

Alles Einkommen, das über der Schongrenze liegt, kann dann zu 50% vom Sozialamt für die Kosten der Pflege eingefordert werden.

Da dieses Thema, wie Sie sehen, sehr komplex ist und immer vom Einzelfall abhängt, empfiehlt sich immer eine Beratung vor Ort beim Sozialamt oder bei Pflegeberatungsstellen.

Die rechtlichen Grundlagen zum Elternunterhalt finden Sie im Bürgerlichen Gesetzbuch ab § 1601.

 

Wichtige Leistungen der Hilfe zur Pflege im Überblick:

Pflegedienste oder selbstbeschäftigte Pflegekräfte

  • Übernahme der Kosten, die eine notwendige Pflege und Versorgung sicherstellen

Verhinderungspflege

  • Übernahme der anfallenden Kosten für die notwendige Dauer

Tages- und Nachtpflege

  • Übernahme der anfallenden Kosten, inklusive Verpflegung und Fahrtdienste

Pflege im Pflegeheim

  • Übernahme der anfallenden Kosten, inklusive Verpflegung und Unterkunftskosten

Kurzzeitpflege

  • Übernahme der anfallenden Kosten, inklusive Verpflegung und Unterkunftskosten

Pflegehilfsmittel

  • Übernahme der Kosten

Pflegegeld

  • Höhe und Voraussetzungen entsprechen dem Pflegegeld der Pflegeversicherung bei Pflegestufe I-III

Hauswirtschaftliche Hilfen

  • Übernahme der Kosten bei Notwendigkeit

Generell gilt, dass die Sozialämter für manche Leistungen einen Ermessensspielraum haben. Es empfiehlt sich deshalb, sich vor der Beantragung über die Voraussetzungen und Inhalte beim Sozialamt oder Pflegeberatungsstellen beraten lassen.

Die Pflege von Menschen mit Demenz unterscheidet sich in manchen Punkten erheblich von der Pflege eines Menschen ohne die Symptome einer Demenz. Vor allem am Anfang der Erkrankung sind Angehörige oft weniger mit (Körper-) Pflege als mit der Betreuung oder Unterstützung der Betroffenen beschäftigt. Auch die Begleitung bei Besorgungen oder Hilfe und Unterstützung im Haushalt gehört oft zu den Aufgaben der Angehörigen.

Im Gegensatz zur Pflege von beispielsweise Menschen nach einem Schlaganfall brauchen Menschen mit Demenz anfangs kaum Hilfe durch (Körper-) Pflege. Sie sind nach dem Pflegeversicherungsgesetz dann auch nicht pflegebedürftig. Deswegen haben sie auch keinen Anspruch auf eine Pflegestufe. Damit bleiben ihnen viele Leistungen der Pflegeversicherung verwehrt.

In Fachkreisen gibt es schon seit einiger Zeit die Diskussion, den gesetzlichen Pflegebedürftigkeitsbegriff zu erweitern, um auch Menschen mit Demenz die Leistungen die Pflegeversicherung zu ermöglichen. Dies hat allerdings die Politik noch nicht umgesetzt, aber immerhin wurden durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz 2012 und das Pflegestärkungsgessetz 2015 zusätzliche Leistungen für Menschen mit Demenz festgelegt.

Eingeführt wurden die sogenannten Leistungen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Das können Menschen mit Demenz sein, aber auch Menschen mit psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen. Die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, damit Personen diesen Status zugesprochen bekommen, finden Sie unter der Rubrik “rechtliche Bestimmungen”. Wenn die Pflegeversicherung bei der Begutachtung nun keine Pflegestufe I, II oder III festgestellt hat, aber eine eingeschränkte Alltagskompetenz, wird umgangssprachlich von der Pflegestufe 0 gesprochen.

 

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung für Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz, bei denen die eingeschränkte Alltagskompetenz, aber keine Pflegestufe I-III zugesprochen wurde, haben Anspruch auf die folgenden Leistungen von ihrer Pflegekasse:

  • Pflegegeld 123 € im Monat
  • Pflegesachleistung 231 € im Monat (auch für Betreuung zu Hause)
  • Oder Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung
  • Tages- und Nachtpflege
  • Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen
  • Pflegeberatung
  • Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen
  • Zusätzliche Betreuungsleistungen

Finanzielle Absicherung pflegender Angehöriger

Die Frage der finanziellen Absicherung ist für viele pflegende Angehörige ein Dauerthema. Viele Angehörige geraten in finanzielle Schwierigkeiten, wenn sie ihren Beruf aufgeben mussten oder wegen der Pflege und Unterstützung keine Arbeit aufnehmen können. Dabei ist die Arbeit, die sie an Pflege und Unterstützung leisten, nicht nur für den hilfsbedürftigen Menschen wertvoll – auch für die Gesellschaft leisten pflegende Angehörige unschätzbares.

Da ist es für viele Angehörige umso frustrierender, wenn die Pflege und Unterstützung nicht durch eine wertschätzende finanzielle Absicherung gewürdigt wird. So müssen sie oft Unterstützung in Form von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe in Anspruch nehmen um ihre monatlichen Ausgaben zu decken. Da es heute außer diesen Möglichkeiten keine andere Art der staatlichen finanziellen Absicherung gibt, sollen diese Möglichkeiten im Folgenden kurz vorgestellt werden:

 

Arbeitslosengeld 1

Arbeitslosengeld 1 können pflegende Angehörige erhalten, wenn sie einen sozialversicherungspflichtigen Job wegen der Pflege oder Unterstützung aufgeben. Sofern Sie die Vorversicherungsdauer in der Arbeitslosenversicherung erfüllt haben, stehen Ihnen dann 60% des ehemaligen Nettogehalts zu. Wenn Sie Kinder haben sogar 67% des Gehalts.

Wie lange Sie das Arbeitslosengeld 1 bekommen, richtet sich danach, wie lange Sie schon in einem sozialversicherungspflichtigen Beruf gearbeitet hatten. Es kann von 3 Monaten bis 2 Jahren ALG 1 bezogen werden. Anders als bei der Sozialhilfe oder dem Arbeitslosengeld 2 spielt hier ihr Vermögen keine Rolle, der Bezug von Arbeitslosengeld 1 ist unabhängig davon, wie viel Vermögen Sie besitzen.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass pflegende Angehörige, die Arbeitslosengeld 1 beziehen, die gleichen Pflichten haben, wie andere ALG 1 Bezieher. Das bedeutet, Sie müssen dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung stehen. Sie sind alsonin der Regel verpflichtet, sich einen neuen Beruf zu suchen oder anzunehmen. Sie dürfen zwar Ihre Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt auf Teilzeit (mind. 15 Stunden pro Woche) beschränken, müssen aber in diesem Fall eine Kürzung des Arbeitslosengelds auf Teilzeitniveau hinnehmen. Wenn Sie wegen der Pflege keine Teilzeitarbeit annehmen können, kann Ihnen das ALG1 gestrichen werden, sodass Sie nur noch Anspruch auf Arbeitslosengeld 2 haben.

Mehr Informationen zum Arbeitslosengeld 1 finden Sie auf der Internetseite der Arbeitsagentur

 

Arbeitslosengeld 2

Das Arbeitslosengeld 2, umgangssprachlich auch Hartz 4 genannt, ist die finanzielle Grundsicherung für arbeitslose Menschen. Sie sind im Gegensatz zu anderen arbeitslosen Menschen, als Pflegepersonen nicht verpflichtet, sich Arbeit zu suchen und anzunehmen, wenn sich dies nicht mit der Pflege vereinbaren lässt. Als pflegende Angehörige bekommen Sie dann Arbeitslosengeld 2, ohne dass Sie nachweisen müssen, dass Sie sich um Arbeit bemühen. Sie müssen lediglich die Übernahme der Pflege oder Unterstützung nachweisen, zum Beispiel durch Dokumente der Pflegekasse oder ärztliche Bescheinigungen.

Die Höhe des Arbeitslosengeld 2 liegt bei 399€ im Jahre 2015. Kinder und Jugendliche im Haushalt bekommen ebenfalls eine Grundsicherung. Außerdem werden die Kosten für Miete, Unterkunft und Heizung übernommen. Allerdings bekommen Sie ALG 2 nur dann, wenn Sie bedürftig sind, also, wenn ihr Einkommen und Vermögen nicht ausreichend ist.

Die Antragsformulare für das ALG 2 finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Arbeit, sowie vor Ort bei Ihrem lokalen Jobcenter. Dort geben Sie den Antrag auch ab. Bei Fragen zur Beantragung wenden Sie sich an Pflegeberatungsstellen vor Ort.

Mehr Informationen zum Arbeitslosengeld 2 finden Sie auf der Internetseite der Arbeitsagentur.

 

Diese Seite wurde am 21.03.2015 aktualisiert. Sollten Sie hier nicht mehr aktuelle Informationen oder Links finden, schreiben Sie uns bitte eine Email an die Adresse in der Rubrik “Kontakt“.