Arthritis

Arthritis ist eine Gelenkentzündung, die leichte bis schwere Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen kann. Es gibt über 100 verschiedene Formen von Arthritis, aber die häufigsten Formen sind Arthrose, Gelenkrheumatismus und Fibromyalgie. Viele Symptome, wie Schmerzen, Müdigkeit und Entzündungen, gleichen sich bei den einzelnen Erkrankungen, aber es gibt ebenso zu jeder Form eigenständige Symptome.

Arthritis betrifft Menschen aller Altersklassen, nicht nur Ältere – das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung mit Gelenkrheumatismus ist beispielsweise 35 Jahre. Bis heute gibt es keine Heilung der Erkrankung und es ist ebenfalls noch unklar, wodurch die Erkrankung ausgelöst wird. Trotzdem gibt es viele medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, die Ihnen helfen können, mit den Symptomen umzugehen.

Gelenke

Arthiritis 1Unser Skelett besteht aus Knochen, die hart und starr sind und die nur durch die Hilfe der Gelenke die Bewegungen unseres Körpers ermöglichen. Die Gelenke sitzen dort, wo die Knochen aufeinander treffen. Arthritis schädigt die Gelenke. Das ist der Grund, warum Betroffene Schmerzen spüren, wenn sie sich bewegen.

Im Gelenk sind die Knochen durch elastische Bänder verbunden, die Ligamente genannt werden und die die Knochen an ihre Platz halten. Ein schützendes Knorpelgewebe bedeckt die Knochenoberfläche am Gelenk, sodass die Knochen nicht direkt aneinander reiben. Das Gelenk selbst ist durch eine Kapsel umschlossen und der Raum im Gelenk enthält eine Flüssigkeit, die das Gelenk und Knorpel mit Nährstoffen versorgt. Diese Flüssigkeit wird von der Gelenkinnenhaut produziert.

Die Gelenkbewegungen werden von den Muskeln ausgeführt, die an den Knochen haften, indem sie sich strecken oder beugen. Zum Beispiel, wenn sich der Bizeps beugt und der Trizeps streckt, bewegt sich Unterarm zur Schulter.

Arthritis kann sich auf die Gelenke in ganz unterschiedlicher Form auswirken und der Grad der Schmerzen hängt davon ab, welche Form und welchen Schweregrad der Arthritis Sie haben.

Unterschiedliche Formen von Arthritis

Es gibt mehr als 100 verschieden Formen von Arthritis, von sehr seltenen Formen bis zu häufig vorkommenden Formen. Im folgenden finden Sie häufige Formen kurz beschrieben:

    • Arthrose 
    • Gelenkrheumatismus 
    • Fibromyalgie
    • Psoriatische Arthritis
    • Juvenile Arthritis
    • Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)
    • Gicht
    • Rheumatische Polymyalgie 
    • Lupus

Arthrose

Die Arthrose ist die häufigste Form der Arthritis. Sie entwickelt sich meist allmählich über Jahre hinweg und betrifft mehrere verschiedene Gelenke. Die Auslöser sind unbekannt, aber sie betrifft mehr Frauen als Männer und tritt meist nach den Wechseljahren auf.

Bei manchen Menschen sind die Symptome so unscheinbar und entwickeln sich so langsam, dass sie kaum wahrgenommen werden. Bei anderen verschlimmern sich die Probleme innerhalb weniger Monate oder Jahre. Wenn der Erkrankungsprozess abgeschlossen ist, sehen die Gelenke meist knollig aus, sind aber oft weniger schmerzhaft. In manchen Fällen kommt es sogar zu einer Schmerzfreiheit und die Gelenke sind, trotz ihres Aussehens, weiterhin so funktionstüchtig, dass Betroffene die meisten täglichen Bewegungen ausführen können

Heute weiß man, dass mehr Faktoren als nur das Alter und die Abnutzung der Gelenke zur Entwicklung von Arthrose beitragen – einschließlich Adipositas, vergangene Verletzungen und genetische Faktoren.

Mehr Informationen zu Arthrose finden Sie in der Broschüre der Deutschen Rheuma Liga.

 

Gelenkrheumatismus

Gelenkrheumatismus ist die häufigste entzündungsbedingte Form der Arthritis. Eine Entzündung hat bei den meisten Erkrankungen immer einen Sinn – es unterstützt die Heilung und verschwindet, sobald die Heilung eingetroffen ist. Beim Gelenkrheumatismus ist das Gegenteil der Fall.

Die Entzündungen eines Gelenkrheumatismus verursachen Schäden – sie können für lange Zeit bestehen bleiben oder immer wieder verschwinden und erneut auftreten. Wenn die Entzündungen aufflackern fühlen sich die Betroffen unwohl.

Die körpereigenen Abwehrsysteme (das Immunsystem) ist bei dieser Erkrankung Teil des Problems, denn es greift den eigenen Körper an, statt ihn zu beschützen. Diese auto-immun Reaktion betrifft vorrangig die Gelenke, aber beim Aufflackern können auch andere Organe betroffen sein. Bisher ist nicht bekannt, was dieses Verhalten auslöst.

Auf der Internetseite der AOK können Sie weitere Informationen zu dieser Arthritisform finden.

Fibromyalgie

Fibromyalgie gehört ebenfalls zu den häufigen Formen der Arthritis und verursacht schwere Schmerzen und Müdigkeit und betrifft eher Muskeln, Sehnen und Ligamente als die Gelenke. Es kann einen einzigen Bereich des Körpers betreffen oder mehrere Bereiche, wie Glieder, den Nacken oder den Rücken.

Auf der Internetseite der Deutschen Rheuma-Liga finden Sie weitergehende Informationen zu Fibromyalgie.

 

Psoriatische Arthritis

Manche Menschen, die die Hauterkrankung Schuppenflechte haben, entwickeln ebenfalls eine Form von Arthritis, die psoriatische Arthritis. Sie verursacht Entzündungen in und um die Gelenke.

Diese Form der Arthritis kann die meisten Gelenke betreffen, aber typischerweise betrifft sie am häufigsten die Finger und Zehen, wo Sie die Nageloberflache beschädigt und verfärbt. Etwa ein Drittel der Betroffenen haben außerdem Morbus Bechterew, eine Entzündung in der Wirbelsäule, die zu einem steifen, schmerzenden Rücken oder Nacken führt,

Auch hier finden Sie in der Broschüre der Deutschen Rheuma Liga weiterführende Informationen.

 

Morbus Bechterew

Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) ist eine weitere Form der entzündungsbasierten Arthritis. Symptome sind Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken des unteren Rückens. Ankylosans bedeutet in etwa steif, während Spondylitis in etwas Wirbelsäulenentzündung bedeutet. Wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt, kann sie die Wirbelsäule so sehr beschädigen, dass diese unbeweglich wird.

Die Broschüre der Deutschen Rheuma Liga kann Ihnen weitergehende Informationen zu dieser Erkrankung geben.

 

Gicht

Gicht ist eine Erkrankung, die durch die Ablagerung von Harnsäure als Kristallform charakterisiert ist und die zu großen Schmerzen in den Gelenken führen kann. Die Erkrankung lässt sich aber gut behandeln.

Harnsäure haben wir alle in unserem Blut. Die meisten Menschen scheiden aber die meiste Menge davon durch das Urin aus und halten die Menge im Blut damit gering. Wenn zu viel Harnsäure im Körpergewebe vorkommt, kann es sich in Kristalle verformen, die sich dann wiederum in und um die Gelenke absetzen. Dies kann zu Entzündungen und Schwellungen führen, was sehr schmerzhaft für die Betroffenen sein kann.

Mehr Informationen finden Sie in der Broschüre der Deutschen Rheuma Liga.

 

Juvenile idiopathische Arthritis

Juvenile idiopathische Arthritis beschreibt die Form der Arthritis, die Kinder betrifft. Die Symptome beinhalten Entzündungen, Schmerzen und Schwellungen in einem oder mehreren Gelenken.

Die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie hat auf ihrer Internetseite weiterführende Informationen eingestellt.

 

Rheumatische Polymyalgie

Rheumatische Polymyalgie ist eine eine entzündungsbasierte Erkrankung, die die Muskeln in und um die Schultern betrifft, die Oberarme, Hintern und Oberschenkel. Die Ursache ist noch unbekannt.

Diese Form der Arthritis beginnt sehr plötzlich. Im Laufe des Tages mindert sich die Steifheit der betroffenen Körperregionen etwas, aber zum Abend nimmt sie zu. Im Gegensatz zur rheumatischen Arthritis sind die Gelenke hier meist nicht betroffen. Manchmal kann es aber zu Entzündungen in den Schulter-, Hüft- oder Handgelenken kommen. In seltenen Fällen können die Arterien, die den Kopf und Nacken versorgen, betroffen sein, wann zu Kopfschmerzen und Sehverlust führen kann. Bei solchen ernsthaften Auswirkungen der Erkrankung sollte eine Behandlung sofort erfolgen.

Weitere Informationen gibt Ihnen die Broschüre der Deutschen Rheuma Liga.

 

Lupus

Lupus ist eine Erkrankung bei der das körpereigene Immunsystem betroffen ist. Antikörper und Blutzellen, die im Blut sind um den Körper gegen Infektionen zu schützen, greifen den eigenen Körper an und lösen Entzündungen aus. Lupus kann viele verschieden Körperteile befallen.

Lupus kann mit einem schweren Angriff beginnen, kann aber auch sehr mild und leicht beginnen. Da viele Symptome anderen Erkrankungen gleichen, ist es sehr schwer zu diagnostizieren. Zuerst müssen oft andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V..

Diagnose

Schmerzen, Versteifungen und Schwellungen in Ihren Gelenken können auf eine harmlose Verrenkung hinweisen, gleichzeitig können Sie aber auch Anzeichen für eine Arthritis sein. Besuchen Sie Ihren Arzt, wenn Sie länger anhaltende Schmerzen oder Entzündungen in Ihren Gelenken spüren.

Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie sich optimal auf diesen Arztbesuch vorbereiten können:

  • Seien Sie gut vorbereitet: Denken Sie vor dem Termin darüber nach, wie Sie Ihre Symptome gut beschreiben können. Schreiben Sie Ihre Fragen auf und notieren Sie sich ebenfalls mögliche Veränderungen Ihrer Situation.
  • Seien Sie selbstbewusst: Haben Sie keine Angst, Fragen zu stellen. Wenn Sie etwas nicht verstehen oder etwas Sie verwirrt, wiederholen Sie es und fragen den Arzt, ob er oder sie es nochmal erklären kann.
  • Zwei sind besser als einer: Lassen Sie sich von einem Freund oder Familienmitglied begleiten. Das hilft Ihnen, sich zu entspannen, sodass Sie sich auf das Stellen der richtigen Fragen konzentrieren können.

Arthrose Diagnose

Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie auf Verdacht nach Arthrose untersucht, kann er oder sie:

  • Ihren Körper auf Schwellungen, Bewegungseinschränkungen oder verdächtigen Anzeichen in den Gelenken untersuchen Check
  • Durch einen Bluttest versuchen, andere Formen der Arthritis auszuschließen
  • Röntgenuntersuchungen ausführen, um die Arthrose Diagnose zu verfestigen und um zu sehen, wie hoch die Einschränkungen sind.

Rheumatische Arthritis – Diagnose

Bei dieser Diagnosestellung wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wahrscheinlich:

 

  • Ihre Haut und Gelenke untersuchen und Ihre Muskelstärke testen.
  • Durch Blutuntersuchungen nach Entzündungen suchen.
  • Schädigungen der Gelenke und Knochen durch Röntgenuntersuchungen untersuchen.

Eine Arthritis – Diagnose kann für viele Menschen sehr beängstigend oder verunsichernd sein, gerade, wenn Sie nicht wissen, wo Sie Hilfe bekommen können. Anfängliche Gefühle, wie Angst un Wut sind normale Reaktionen, aber, wenn Sie die richtigen Schritte gehen, muss eine Arthritis nicht dazu führen, dass sich Ihre Lebensqualität verschlechtert!

Erste Anlaufstelle für Fragen und Hilfen vor Ort kann für Sie die Internetseite der Deutschen Rheuma Liga sein. Dort finden Sie Informationen zu Beratungsangeboten und Selbsthilfegruppen vor Ort.

Bleiben Sie in Kontakt mir Ihren Ärzten – Nach einer Diagnose helfen sofortige Therapien oder Handlungen um weitere Schäden zu verhindern. Deswegen ist es wichtig, dass Sie mit Ihren Ärzten zusammenarbeiten und einen Behandlungsplan gemeinsam erstellen, der für Sie richtig ist.

Sprechen Sie mit Menschen, denen es ähnlich geht. In Selbsthilfegruppen und Gesprächskreisen können Sie von anderen Menschen hören, wie diese mit der Erkrankung umgehen und sich Unterstützung für Ihren Weg holen.

Helfen Sie sich selbst – Egal, welche Form der Arthritis Sie haben, es gibt immer etwas, was Sie tun können: Setzen Sie sich für einen guten Behandlungsplan ein, achten Sie auf gesunde Ernährung und treiben Sie Sport!

Behandlung

Rheumatologie ist der Name für die Forschung über Arthritis und die Wissenschaft der Arthritisbehandlung. Jedoch gehen die Behandlungsmöglichkeiten der Arthritis über die Rheumatologie hinaus. Es ist oft nicht einfach, die richtige Balance für die Kontrolle über die Erkrankung zu finden und kann von Person zu Person unterschiedlich sein. 

  • Medikamente
  • Operationen
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Podologie
  • Ergänzende Behandlungen und Therapien

 

Medikamente

Die richtige Medikation ist in vielen Fällen lebenswichtig. Es ist wichtig, dass Sie sich in Kontrolle über Ihre Medikation fühlen und dass Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber sprechen können, was für Sie am besten wirkt.

Es gibt zwei Kategorien von Medikamenten für die Arthritisbehandlung und Ärzte können eine Kombination von beiden für Sie verschreiben. Die beiden Kategorien sind:

Medikamente, die die Symptome der Erkrankung kontrollieren. Diese werden bei der Behandlung der meisten Formen der Arthritis eingesetzt, einschließlich der Arthrose und Rheumatoiden Arthritis, und mildern Schmerzsymptome, Schwellungen und Versteifungen. Oft sind das Schmerzmittel und nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID).

Medikamente, die die Arthritis direkt betreffen. Sie wirken auf den Verlauf der Erkrankung, indem sie beispielsweise das Immunsystem unterdrücken. Oft sind dies langwirksame Antirheumatika, wie Methotrexat und Corticosteroide. Diese können ebenfalls der Symptomkontrolle dienen.

Mehr Informationen zu Medikation bei rheumatischer Arthritis finden Sie auf der Internetseite Gesundheitsinformation.de.

 

Operationen

Operationen führen bei vielen Menschen zur erheblichen Linderung Ihrer Schmerzen und zu Verbesserungen der Beweglichkeit und Lebensqualität. Es gibt eine große Bandbreite von hilfreichen Operationen, die von kleinen Eingriffen (wie der Entfernung von Zysten oder Knoten) bis hin zu schweren Eingriffen, wie einer kompletten künstlichen Gelenkersetzung.

Künstliche Hüft- und Kniegelenke sind sehr häufige Operationen. In der Vergangenheit wurden die meisten dieser Operationen an Menschen über 60 Jahren durchgeführt, aber mit der Qualitätsverbesserung dieser künstlichen Gelenke, haben auch immer mehr jüngere Menschen solche Eingriffe. Allerdings sind bei jüngeren Menschen, die künstliche Gelenke eingesetzt bekommen, spätere Operationen zum Austausch der Gelenke notwendig.

Mehr Informationen zu künstlichen Gelenken finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Rheuma Liga.

Physiotherapie

Physiotherapie hilft Ihnen, mehr Bewegungsfähigkeit, Stärke und Flexibilität zu erlangen und spielt deswegen eine wichtige Rolle in einem Behandlungsplan. Oft wird Sie neben einer Medikation verordnet.

Bei Ihrem ersten Termin in der Physiotherapie werden Ihre Gelenke, Muskeln, Körperhaltung und Ihr Gang bemessen. Sie werden dann zu Ihren Schmerzen und anderen Einschränkungen befragt und es wird mit Ihnen ein Behandlungsplan erstellt. Dieser Plan berücksichtigt Ihren allgemeinen Gesundheitsstatus und Ihre Form der Arthritis.

Die Behandlung kann aus Bewegungsübungen bestehen, aus Hydrotherapie, Entspannungsübungen, Schmerzlinderung, Schienung, Gehhilfen und Ratschläge zu Ihrer Körperhaltung.

Ergotherapie

Ergotherapie kann sinnvoll sein, wenn Sie Probleme bei alltäglichen Aktivitäten, wie dem Anziehen, Waschen, Kochen oder Reinigen bekommen. Ergotherapeuten kennen sich mit allen zur Verfügung stehenden Hilfen und Hilfsmitteln aus, die Sie bei diesen Aktivitäten unterstützen können.

Solche Hilfsgeräte sind beispielsweise:

  • ergonomisches Besteck
  • Geländer im Bad
  • Greifarme
  • Gehhilfen
  • Treppenlifte

Ihr Hausarzt kann Ihnen ein Rezept zur ergotherapeutischen Behandlung ausschreiben.

Podologie

Podologie arbeitet mit unseren Füßen und kann Menschen mit Arthritis helfen, Bewegungsfähigkeit und Gehfähigkeiten zu verbessern.

Füße und Knöchel ermöglichen es uns, wichtige Bewegungen durchzuführen – das Laufen und Stehen, sie gehören aber auch zu den Körperregionen, die am häufigsten von Arthritis befallen werden.

Podologie gehört allerdings nicht zu den Leistungen, die Krankenkassen normalerweise bezahlen. Podologen untersuchen die Art, wie Sie laufen, um Ihren Bewegungsablauf zu analysieren, um den Druck auf Ihre Füße zu analysieren, die Kräfte, die auf Ihre Gelenke wirken und die Art, wie Sie Ihren schmerzenden Fuß schützen. Auch Röntgenuntersuchungen können durchgeführt werden.

Podologen können Ihnen dann orthopädischen Schuheinlagen oder Schuhe empfehlen, die Sie in Ihren Bewegungen unterstützen sollen.

Ergänzende Behandlungen und Therapien

Wie der Name schon sagt, dienen diese Behandlungen dazu, Ihren Behandlungsplan zu ergänzen – nicht zu ersetzen. Sie legen Ihren Fokus auf eine ganzheitliche Behandlung der Person. Auch wenn Ihr Behandlungsplan gut funktioniert, könnte es Sie interessieren, warum so viele Menschen mit Arthritis auch solche Behandlungen suchen: Akkupunktur, Aromatherapie, Reflexzonenmassage. Die Vielzahl dieser Behandlungsschulen kann verwirrend sein, aber alle haben das gleiche Ziel: Die Behandlung der Person, nicht der Erkrankung an sich.

Wie die Schulmedizin können auch solche alternativen Heilschulen keine Heilung der Arthritis bewirken. Im Gegensatz zur Schulmedizin gibt es auch wenige  wissenschaftliche Belege für die Wirkung dieser Behandlungen. Trotzdem sind viele Menschen davon überzeugt, dass sie bei der Linderung von Schmerzen und Versteifungen helfen und manchen Medikamenten-Nebenwirkungen entgegenwirken.

  • Häufig genutzte alternative Behandlungsmethoden

Akkupunktur

Ursprung der Akkupunktur ist die traditionelle chinesische Medizin, in der sie schon seit tausenden Jahren praktiziert wird. Die Theorie, die dahinter steht gründet auf der Vorstellung eines Energieflusses (Chi) durch den Körper. Durch die Punktierung des Körpers durch feine Nadeln können Ungleichgewichte im Energiefluss korrigiert werden.

 

Alexander Technik

Die Alexander Technik beschäftigt sich damit, wie wir unseren Körper im Alltag benutzen und lehrt neue Wege, wie der Körper benutzt und bewegt werden kann, um das Gleichgewicht, Koordination und Bewusstsein zu verbessern. So kann eine schlechte Körperhaltung korrigiert werden und damit zusammenhängende Beschwerden können gelindert werden. Die Methode gehört aber nicht zum normalen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.

 

Chiropraktik

Chiropraktik gehört zu den Behandlungsschulen, die sich auch in der Schulmedizin einen guten Ruf erarbeitet hat. Durch die Beschäftigung mit mechanischen Problemen in den Gelenken sollen Schmerzen gelindert werden und die Bewegungsfähigkeit verbessert werden – insbesondere in der Wirbelsäule. Chiropraktiker arbeiten mit ihren Händen, um die Gelenke in der Wirbelsäule und in anderen betroffenen Körperregionen anzupassen. Sie können zwar nicht die schon verursachten Schädigungen in den Gelenken umkehren, aber Chiropraktiker behaupten, dass regelmäßige Behandlungen die Gelenke gesünder und beweglicher halten. Außerdem sollen Schmerzen gemindert werden und der weitere Schädigungsverlauf verlangsamt werden.

 

Hydrotherapie

Hydrotherapie (Wasserbehandlung) ermöglicht es Ihnen, durch warmes Wasser unterstützt, Bewegungsübungen für Ihre Gelenke und Muskeln durchzuführen. Die warme Temperatur des Wassers hilft bei der Entspannung der Muskeln und lindert Gelenkschmerzen, was Ihnen hilft, sich zu entspannen. Da das Wasser das Gewicht des Körpers mindert, sind die Gelenke im Wasser bewegungsfähiger.

Massagen

Viele von uns versuchen instinktiv Beschwerden oder Stress wegzumassieren. Massagen als Behandlung können durch sanfte und knetende Bewegungen steife Muskeln lockern und durch kräftige, schnelle Bewegungen schlaffe Muskeln stärken. Außerdem kann durch Massagen der Blutfluss und das Lymphsystem gestärkt werden und Spannung abgebaut werden. Auch auf einer psychologischen Ebene helfen Massagen, sich entspannter und besser zu fühlen.

 

Reflexzonenmassage

Reflexzonenmasseure gehen davon aus, dass das Stimulieren der Reflexzonen in den Füßen hilft, Energieblockaden und Stress abzubauen und so dem Körper die Selbstheilung ermöglichen. Das Konzept geht davon aus, dass Schmerzen in einem Körperteil durch Druck auf die Reflexzone im Fuß gelöst werden können. Dies geschieht durch den Druck von Fingern und Daumen der Masseure.

 

Yoga

Durch Yoga stärken Sie Ihre Beweglichkeit und Kraft des Körpers und Geistes. Yoga kann Ihre Körperhaltung, Muskeln und Beweglichkeit verbessern und beim Entspannen helfen. Die Yogaübungen haben sich über tausende von Jahren aus Dehnungs- und Balanceübungen der Wirbelsäule entwickelt (als strukturelles Nervenzentrum des Körpers).

Durch Übungen und Atemtechniken werden Muskeln und Gelenke, Verdauung und das Nervensystem stimuliert

Selbsthilfe

Was Sie selbst tun, um sich zu helfen ist sehr wichtig, egal welche Form der Arthritis Sie haben. Sie haben die Wahl, nichts selbst zu tun und damit langsam die Fähigkeiten zu verlieren, die Dinge zu tun, die Ihnen wichtig sind. Oder Sie können daran arbeiten, Ihre Fähigkeiten zu behalten oder wiederzuerlangen.

Die Wahl die Sie haben, ist also passiv zu bleiben oder aktive Manager Ihrer Selbst zu sein. Aus der Forschung wissen wir, dass der aktiven Manager-Typ insgesamt weniger Schmerzen hat, aktiver ist und fähiger sind, die Dinge zu tun, die Ihnen wichtig sind.

Selbsthilfeaufgaben

Wenn Sie sich dazu entscheiden, ein aktiver Manager – Typ zu werden, müssen Sie bereit sein, die drei folgenden Aufgaben anzugehen.

1. Stellen Sie sich Ihren gesundheitlichen Beschwerden (nehmen Sie verschriebenen Medikamente regelmäßig ein, nehmen Sie Arzttermine war und achten Sie auf Ihre Ernährung)

Bilden Sie sich über Ihre Erkrankung und informieren Sie sich über Ihren Gesundheitsstatus – stellen Sie Fragen, lesen Sie sich ein und stellen Sie sicher, dass Ärzte und Therapeuten alle auf dem neuesten Stand über Ihre Gesundheit sind. Seien Sie ein aktiver Partner, wenn es um die Erstellung und Abarbeitung Ihres Behandlungsplans geht. Teilen Sie Ihre Vorlieben und Ziele allen beteiligten Ärzten und Therapeuten mit.

2. Versuchen Sie, Ihr Leben so weiterzuleben, wie es war (Arbeit, Freizeit, Sozialleben, etc.)

Versuchen Sie weiterhin die Dinge und Aufgaben zu tun, die Ihnen wichtig sind. Das kann bedeuten, dass Sie die Art und Weise ändern müssen, wie Sie die Aufgaben erledigen. Beispielsweise, indem Sie Hilfsgeräte und Hilfsmittel einsetzen müssen oder indem Sie sich Mahlzeiten vorbereiten und einfrieren, für die Tage, an denen Sie sich nicht fit genug dafür fühlen.

3. Finden Sie einen guten Weg, um mit starken, negativen Emotionen umzugehen (Negative Emotionen, die durch die Erkrankung ausgelöst werden, wie Wut, Angst vor der Zukunft, veränderte Ziele und manchmal sogar Depressionen)

Es wird emotionale Hochs und Tiefs geben und auch aus den Tiefs können Sie lernen und Kraft schöpfen.

 

Schmerz- /Müdigkeitszyklus

Die meisten Menschen nehmen an, dass die Symptome, unter denen Sie leiden, nur einen Ursprung haben: Arthritis oder Fibromyalgie. Obwohl diese auf jeden Fall Schmerzen und Müdigkeit auslösen können, müssen Sie nicht die einzigen Auslöser sein. Jedes dieser Symptome kann allein genommen zu anderen Symptomen beitragen und jedes davon kann Schmerzen oder Müdigkeit verschlimmern.

Schlimmer noch, Sie können sich gegenseitig verstärken. So kann beispielsweise eine arthritisbedingte Entzündung Schmerzen verursachen, die Stress und Unruhe verursachen, die wiederum schlechten Schlaf verursachen. Dieser kann eine Depression auslösen, was es manchen Betroffenen schwer macht, Medikamente regelmäßig zu nehmen, was dann wiederum zu mehr Schmerzen und Müdigkeit führt. Dieser Teufelskreis kann sich immer weiter verschlimmern, wenn kein Weg gefunden wird, ihn zu durchbrechen.

Das Verstehen dieses Zyklus, insbesondere inwieweit die einzelnen Symptome sich gegenseitig verstärken, hilft, Techniken zu erlernen, wie der Zyklus an den verschiedenen Stellen unterbrochen werden kann. Sprechen Sie dazu gegebenenfalls mit Ihrem Arzt. Vorab einige Tipps zum Schmerzmanagement:

  • Es ist effektiver, Schmerzen möglichst früh zu behandeln, als zu warten, bis sie schlimmer werden. Warten Sie nicht ab, sondern behandeln Sie Schmerzen, sobald sie auftreten.
  • Schon kleine Veränderungen des Schmerzes können einen großen Unterschied machen. Um die Dinge zu tun, die Ihnen wichtig sind, müssen Sie nicht komplett schmerzfrei sein. Etwas, dass die Spitze des Schmerzes abfängt kann einen großen Unterschied machen.
  • Selbsthilfeübungen wie Sportübungen sind meist nicht schmerzfrei. Sie können aber Schmerzen als Anzeichen dafür nehmen, wann Sie zu viel gemacht haben oder wann Sie mehr geben können.

 

Selbsthilfe-Koffer

Es gibt viele Möglichkeiten, um den Schmerz- & Müdigkeitszyklus zu brechen. Sie bauen auf einer Kombination von Aufgaben und Aktivitäten auf, die betroffene Menschen selbst in der Hand haben. Wir verwenden deswegen die Metapher eines Selbsthilfe-Koffers.

Dieser Selbsthilfe-Koffer beinhaltet eine Vielzahl von Werkzeugen, wie Sport (oder Bewegung), gesunde Ernährung, Planen, Medikamente und Behandlungen. Diese Werkzeuge können zu verschiedenen Zeiten benutzt werden, wann immer sie gebraucht werden um den Zyklus zu durchbrechen.

Man benutzt einen Schraubenzieher nicht für alle Arbeiten, manchmal braucht man auch einen Hammer oder Bohrer. So ist das auch mit diesem Werkzeug-Koffer.

Bewegung

Es gibt Bewegungsübungen, die Ihre Gesundheit und Fitness verbessern können, ohne Ihre Gelenke zu schädigen. Wussten Sie schon, dass Sie Ihre Gelenke ernähren, wenn Sie aktiv sind? Das Knorpelgewebe braucht Gelenkbewegungen, um Nährstoffe aufzunehmen und Stoffe abzugeben.

Ein gesundes Körpergewicht ist ein weiterer wichtiger Teil des Arthritis-Managements. Wussten Sie, dass Sie 4 Kilo Belastung von Ihren Knien nehmen, wenn Sie 1 Kilo an überschüssigem Gewicht abnehmen? Durch sportliche Betätigung können Sie also Ihre Gelenke entlasten und Ihre Gesundheit verbessern.

Neben Ihrem aktuellen Behandlungsplan, hat eine leichte sportliche Betätigung also viele Vorteile, insbesondere:

  • Reduziert Gelenkschmerzen und Versteifungen
  • Stärkt Ihre Muskeln, Ligamente und Knorpelgewebe an Ihren Gelenken
  • Hilft Ihnen, Knochenhärte und -qualität zu erhalten
  • Verbessert Gelenkbeweglichkeit
  • Verbessert Ihren Gleichgewichtssinn
  • Gibt Ihnen mehr Kraft und Energie für den Tag
  • Hilft Ihnen, Ihr Gewicht zu kontrollieren
  • Hilft Ihnen, einen guten und ausreichenden Schlaf zu bekommen
  • Stärkt Ihr Selbstwertgefühl und Wohlbefinden
  • Verbessert Ihre Fähigkeiten, mit Stress umzugehen
  • Verringert das Risiko für chronische Erkrankungen
  • Gut für Herz und Lunge
  • Senkt den Blutdruck und Cholesterinspiegel

Ernährung

Es gibt keinen allgemeinen Ernährungsplan bei Arthritis, aber eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht können Ihr Wohlbefinden und Ihre Erkrankung positiv beeinflussen. Eine gesunde Ernährung versorgt Sie nicht nur mit allen wichtigen Nährstoffen, sie lindert sogar Arthritissymptome indirekt und direkt, indem Sie durch Gewichtsabnahme die Belastungen auf Ihre Gelenke vermindert. Wenn Sie untergewichtig sind, hilft Ihnen eine ausgewogene Ernährung, Erschöpfung zu überwinden und ein gesundes Körpergewicht zu erlangen.

Was sollten Sie essen?

Es gibt viele Diskussionen über die perfekte Ernährung bei Arthritis und ob bestimmte Nahrungsmittel hilfreich oder verschlechternd wirken. Zwar können manche Nahrungsmittel Ihre Erkrankung mehr beeinflussen als andere, aber das wichtigste ist es, sich ausgewogen zu ernähren, um alle wichtigen Nährstoffe zu bekommen. Ganz generell geht es darum, wenig Fett und Zucker zu sich zu nehmen und dafür viel Obst und Gemüse, fetten Fisch und kalzium- und eisenreiches Essen vermehrt zu essen.

Sie werden wahrscheinlich merken, dass Ihnen jeder Ratschläge über die perfekte Ernährung geben will. Denken Sie daran, dass jeder unterschiedliche auf bestimmtes Essen reagiert und dass Sie selbst herausfinden müssen, was Ihnen am besten passt.

Übergewicht

Übergewicht ist eine häufige Schwierigkeit bei Menschen, die eine Arthritis haben. Bestimmte Medikamente, wie Steroide, können zu einer Gewichtszunahme führen und andere, wie nichtsteroidale Entzündungshemmer können Magenprobleme verursachen, was wiederum die Ernährungsmöglichkeiten einschränken kann. Für manche Menschen können Bewegungseinschränkungen und die Einschränkungen, sich frisches Essen zuzubereiten schnell zu einer Gewichtszunahme führen. Andere haben in einer aufflackernden Phase das Problem, zu müde zu sein zu essen und verlieren Gewicht, was wiederum zur verstärkten Müdigkeit führt.

Eine ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zu einem gesunden Körpergewicht. Die Kontrolle Ihres Gewichts ist eines der wichtigsten Dinge, die Sie in der Hand haben um die Symptome der Arthritis zu reduzieren. Selbst wenige Kilos können die Belastung Ihrer Hüften, Knie und Füße verringern, wenn Sie übergewichtig sind. Achten Sie dann darauf nicht untergewichtig zu werden, damit Ihr Körper die Kraft und notwendigen Nährstoffe besitzt um mit schweren Krankheitsphasen fertig zu werden.

Ein gesundes Körpergewicht erreichen Sie, indem Sie die Balance zwischen der Energie, die Sie durch Nahrung und Trinken aufnehmen und der Energie, die Sie durch körperliche Aktivität verbrauchen, halten. Jeder Mensch hat allerdings seine eigenen Nährstoffbedürfnisse, je nach Alter, Geschlecht, Körpergröße und körperlicher Aktivität. Wenn Sie Gewicht zunehmen wollen, essen Sie etwas größere Portionen von gesundem Essen, um mehr Kalorien aufzunehmen –  das ist besser als fettes, frittiertes Essen und Schokolade (was Sie auf lange Sicht nicht gesundheitlich unterstützt). Versuchen Sie beispielsweise eine extra Scheibe Brot bei Frühstück oder eine größere Portion Nudeln oder Reis.

Achten Sie auf Ihre Ernährung

Vieles Essen, insbesondere industriell-verarbeitete Lebensmittel enthalten viel verstecktes Fett, Zucker und Salz. Sie können Ihre Ernährung also am besten kontrollieren, wenn Sie Ihr Essen selbst zubereiten. Wenn Sie dabei Schwierigkeiten haben, achten Sie auf die Inhaltsangaben auf den Lebensmitteln. Achten Sie auf den Kalorien- und Salzgehalt.
Auch wenn Sie eine Diät beginnen wollen oder an einem Abnehmkurs teilnehmen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, da eine richtige Strategie zur Gewichtsabnahme wichtig ist – Schnelldiäten können Ihrem Körper schaden.

Mehr Informationen dazu, wie Sie sich gesund und ausgewogen ernähren können, finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. .

Die Pflege eines Menschen mit Arthritis kann herausfordernd sein. Sie müssen die richtige Balance zwischen Unterstützung und Pflege finden, ohne überfürsorglich zu sein. Die meisten Betroffenen wünschen sich, so viel Kontrolle wie möglich über Ihr Leben zu behalten und Sie können sie darin unterstützen. Das kann bedeuten, dass in bestimmten Umständen keine Unterstützung gewollt wird.

Das kann für Sie schwer zu erkennen sein und sie müssen sehr feinfühlig sein, um die Zeichen zu erkennen, wann Sie zurückbleiben sollen und nicht auf Unterstützung bestehen sollen. Wenn Ihr/e Angehörige/r beispielsweise normalerweise alleine aus dem Stuhl aufsteht, ist es am besten, wenn Sie hier nicht versuchen zu helfen – es sei denn, die Person hat große Schwierigkeiten damit oder bittet Sie um Hilfe.

Externe Links

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