Demenz und Alzheimer

Demenz in Zahlen

8% aller Menschen über 65 Jahren leiden unter einer Demenz. Aus vielen epidemiologischen Studien wissen wir, dass sich dieser Anteil sogar erhöht, je älter die Menschen sind. Es gibt Schätzungen die herausstellen, dass bei den über 95-jährigen der Anteil der Menschen mit einer Demenz bei 50% liegt. Weltweit liegen die Schätzungen an insgesamt betroffenen Menschen bei 35 Millionen, davon 7,3 Millionen allein in Europa. In Zukunft wird die Zahl der Betroffenen weltweit auf bis zu 104 Millionen Menschen geschätzt, da der Anteil an älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung zunehmen wird. In Europa auf bis zu 35%, weltweit wird der Anteil 2030 auf 25% geschätzt.

 

Was ist Demenz eigentlich?

Der Begriff “Demenz” bezieht sich auf eine Gruppe von Symptomen, die Menschen mit solchen Erkrankungen zeigen, welche durch die Zerstörung von Gehirnzellen und dem allmählichen Abbau kognitiver Fähigkeiten gekennzeichnet sind. Bei diesen Menschen ist also das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit, Urteilsfähigkeit, Sprache oder eigene Verhaltensweisen betroffen. Um eine Diagnose stellen zu können, sollten diese kognitiven Symptome allerdings einen erheblichen Verlust der Alltagskompetenz im Vergleich zu davor darstellen. Die häufigsten Formen der Demenz sind: • Alzheimer Erkrankung • Vaskuläre Demenz • Lewy bodies – Demenz • Parkinson – Demenz • Frontotemporale Demenz

Bei den genannten Formen von Demenzen ist der allmähliche Verlust der kognitiven Fähigkeiten unumkehrbar. Es gibt auch Formen der Demenz, wo dieser Verlauf umkehrbar ist. Diese Demenzen treten auf Grund von Stoffwechselerkrankungen, Hormonellen Störungen, Gehirnerverletzungen oder als Nebenwirkungen anderer Medikamente auf. Wenn die Ursache dieser Demenzen behandelt wird, können diese Demenzen geheilt oder stabilisiert werden.

Alzheimer

Alzheimer ist die häufigste Form einer Demenz. 60-70% aller Menschen mit Demenz haben eine Alzheimer-Demenz. Sie tritt meist bei Menschen über 65 Jahren auf, kann aber in seltenen Fällen auch jüngere Menschen betreffen. Der Name der Erkrankung geht auf Alois Alzheimer zurück, einem deutschen Neurologen, der als erster die Erkrankung, ihre Symptome und ihre Krankheitslehre an der Gehirnerkrankung seiner Patientin Augusta D auf einer wissenschaftlichen Konferenz 1907 beschrieben hatte. Die Patientin wurde in ein Frankfurter Heim eingewiesen und zeigte seltsame Verhaltensweisen. Die Symptome zeigten außerdem den Verlust eines Orientierungssinnes und des Kurzzeitgedächtnisses. Nach ihrem Tod wurde ihr Gehirn untersucht und ein schwerer Gehirnschwund wurde festgestellt.

Symptome der Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz bedingt die Beeinträchtigung des Gedächtnisses und anderer kognitiver Funktionen der Betroffenen. Die Symptome variieren aber zwischen Betroffenen und je nach Stadium der Erkrankung. Die Symptome, die am Anfang der Erkrankung auftreten, werden schrittweise stärker, während zusätzlich neue Symptome entstehen.

Die Entwicklung der Erkrankung muss nicht zwingend der folgenden Beschreibung entsprechen und Betroffene müssen auch nicht zwangsläufig alle der beschriebenen Symptome erfahren.

In den ersten Stadien der Erkrankung werden die Symptome oft nicht bemerkt und als normaler Prozess des Alterns abgetan.

Im ersten Stadium treten meist diese Symptome auf:

  • Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken
  • Schwierigkeiten, Personen und Objekte richtig zu benennen
  • Entscheidungen können nicht mehr gefällt werden
  • Das Interesse an Hobbies und lieb-gewonnenen Beschäftigungen geht verloren
  • Reizbarkeit und Depressionen

Wenn sich die Erkrankung weiter entwickelt, werden diese Schwierigkeiten deutlicher und die Betroffenen können ohne die Hilfe anderer Menschen ihren Alltag nicht mehr bewerkstelligen.

In diesem Stadium

  • zeigen die Betroffenen ausgeprägte Gedächtniseinschränkungen
  • haben sie Schwierigkeiten, sich auszudrücken
  • können sie sich zeitlich und örtlich nicht mehr richtig orientieren
  • können einfache, alltägliche Aufgaben nicht mehr ausgeführt werden
  • brauchen die Betroffenen Hilfe bei der Körperpflege
  • können die Betroffenen ungewöhnliches oder unangemessenes, sexualisiertes Verhalten zeigen
  • können Halluzinationen auftauchen, sodass die Betroffenen denken, sie sehen Personen, die nicht da sind oder erleben Situationen, die nicht stattfinden.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung können die Betroffenen keine Alltagsaufgaben mehr erledigen und sind vollständig auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen.

In diesem Stadium:

  • erkennen Betroffene Freunde und Familie nicht mehr
  • verstehen Betroffene nicht, was um sie herum geschieht
  • können sie sich nicht selbst versorgen
  • verlieren sie die Orientierung selbst zu Hause
  • können Betroffene manchmal nicht mehr alleine gehen oder laufen
  • können Betroffene die Kontrolle über ihren Schließmuskel verlieren
  • können Betroffene bettlägerig oder auf einen Rollstuhl angewiesen sein.

Ältere Menschen brauchen normalerweise etwas mehr Zeit, um neue Informationen zu lernen. Sorgen müssen Sie sich erst machen, wenn Schwierigkeiten auftreten, die Sie im Alltag behindern:

  • Wenn jemand öfter Dinge vergisst als vorher, zum Beispiel Treffen auf der Arbeit oder Verabredungen mit Freunden.
  • Wenn jemand Probleme bei alltäglichen Aufgaben hat, zum Beispiel beim Krawattenbinden
  • Wenn jemand Dinge an Orten abstellt, wo sie nichts zu suchen haben. Zum Beispiel Einkäufe in die Waschmaschine.
  • Wenn jemand alltägliche Worte vergisst oder falsche Worte benutzt
  •  Wenn sich die Persönlichkeit einer Person verändert und sie zum Beispiel mehr Verwirrung, Angst oder Verdächtigungen zeigt
  • Wenn jemand den Überblick über das Datum und den Ort, an dem die Person ist, verliert
  • Wenn jemand plötzliche Wechsel in der eigenen Stimmung oder im Verhalten zeigt
  • Wenn jemand scheinbar absolut sinnlose Dinge tut.

Eine frühe Diagnose, einhergehend mit früher Behandlung nutzt nicht nur den Betroffenen Menschen, sondern auch deren Familien. Eine frühe Diagnose stellt sicher, dass verschiedene präventive und therapeutische Behandlungen erfolgen können, die zudem effektiver wirken und somit die Entwicklung der Erkrankung positiv beeinflussen können.

Risikofaktoren für eine Alzheimer-Demenz

Das Alter ist der wichtigste, bekannte Risikofaktor für eine Alzheimer Erkrankung, da die Chance für eine Erkrankung mit dem Alter steigt. Einige Studien schlussfolgern, dass die Erkrankung häufiger Frauen betrifft als Männer. Dabei sollten diese Ergebnisse jedoch mit Bedacht interpretiert werden und Forscher sollten den Einfluss biologischer Faktoren zwischen den Geschlechtern in die Untersuchungen mit einbeziehen.

Genetische Faktoren sind ein weiterer Risikofaktor für eine Alzheimer Erkrankung. Forscher haben prädisponierte Gene identifiziert, die zu einer Krankheitsentstehung beitragen, zum Beispiel das Gen Apolipoprotein E (ApoE). Dieses Gen findet sich auf dem Chromosom 19 und der Typ 4 wurde bei 40-80% aller Alzheimer-Betroffenen gefunden.

 

Die oben genannten Faktoren können weder kontrolliert noch verändert werden. Trotzdem gibt es Risikofaktoren, die Sie beeinflussen können um so das Risiko einer Erkrankung zu verringern. Diese hängen mit dem individuellen Lebensstil jedes Menschen zusammen. Diabetis, ein hoher Cholesterinspiegel und Bluthochdruck stehen zum Beispiel mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko in Verbindung. Außerdem haben Studien Depressionen, Angststörungen und eine unausgewogene Ernährung als Risikofaktoren identifiziert.

Auffälliges Verhalten und psychologische Symptome (BPSD)

Auffälliges Verhalten und psychologische Symptome einer Demenz beziehen sich hauptsächlich auf Störungen in der Wahrnehmung, im Denken, Verhalten und in der Stimmungslage der Betroffenen. BPSD werden im Verlauf der Erkrankung meist schwerer und häufiger.

80-90% aller Menschen mit einer Demenz zeigen mindestens eins dieser Symptome im Verlauf ihrer Erkrankung. Jedes dieser Symptome kann in jedem Stadium der Erkrankung auftreten, aber nicht alle Betroffenen zeigen alle dieser Symptome.

Psychologische Symptome, wie Depressionen und Teilnahmslosigkeit, treten häufiger im frühen Stadium der Erkrankung auf. Auffälliges Verhalten, wie Aggressionen, Angst und Umherwandern treten dagegen häufiger im mittleren oder späten Stadium der Demenz auf. Die meisten BPSD erreichen ihren Höhepunkt vor dem letzten Stadium der Erkrankung. Angst, Unruhe und Umherwandern steht oft in Verbindung mit einer schnelleren Entwicklung der Erkrankung und einem früheren Umzug in eine Pflegeeinrichtung.

Die Pflege und Unterstützung eines Menschen mit Demenz und BPSD führt bei Angehörigen oft zu vermehrten finanziellen und psychologischen Belastungen und beeinflusst die Lebensqualität der Betroffenen und Pflegenden negativ.

 

Was genau ist Auffälliges Verhalten und welches sind die psychologischen Symptome?

Die häufigsten auffälligen Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz sind:

  • Hyperaktives Umherwandern
  • Unruhe und Angst
  • Unangemessenes soziales Verhalten
  • Verbale oder körperliche Aggressionen
  • Ablehnung und Verweigerung
  • Schlafstörungen
  • sexuelle Störungen
  • Appetitstörungen

Die psychologischen Symptome beinhalten:

  • Wahnvorstellungen
  • Halluzinationen
  • Depressionen
  • Euphorische Stimmung
  • Gleichgültigkeit
  • Angst
  • Reizbarkeit

Umgang mit Auffälligem Verhalten und psychologischen Symptomen

Der Umgang mit Auffälligem Verhalten und den psychologischen Symptomen einer Demenz beinhalten nicht-medikamentöse Behandlungen und medikamentöse Behandlung. Veränderungen der häuslichen Umgebung des Betroffenen und im Verhalten anderer Menschen können Symptome verringern oder ganz verhindern, ohne dass dazu Medikamente gegeben werden müssen.

Die beste Behandlung benötigt genaue Beobachtung des Betroffenen und eine gute Einschätzung der Situation. Bevor Sie eine Behandlung anstreben, sollten Sie andere Ursachen des Auftretens der Symptome ausschließen:

  • Allgemeine körperliche Beschwerden (Infektionen, Angina, Verstopfung, usw.)
  • Dehydrierung
  • Eine körperliche Erkrankung (Schilddrüsenüberfunktion, Vitamin B 12 Mangel)
  • Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen von Medikamenten
  • Nichterfüllte Grundbedürfnisse (Hunger, Durst, Ruhe)
  • Psychische Störungen (Depressionen, AngstStörungen usw.)
  • Reize von außen (Wechsel der Pflegekräfte, Abkehr von routieniertem Verhalten oder Abläufen, zu viel oder zu wenig Simulation oder Aufmerksamkeit, usw.)

mögen hinter diesen Symptomen stecken. In diesen Fällen können die Symptome erfolgreich behandelt werden, wenn die dahinterstehenden Gründe rechtzeitig erkannt werden.

Damit Sie sich dazu ein genaueres Urteil bilden können, beobachten Sie fie folgenden Punkte:

  • Wann fing das unangemessene Verhalten an?
  • Wann tritt es gewöhnlich auf?
  • Was passiert dann?
  • Wann tritt es am stärksten und längsten auf? Wann am schwächsten?
  • Was sind die situative Umstände vor, während und nach dem Verhalten?

Sobald Sie das Verhalten der Person definieren und erklären können, fällt es Ihnen vielleicht leichter den Umgang mit dem unangemessenen Verhalten zu planen. Vielleicht können Sie das Verhalten sogar von Beginn an unterbinden, wenn Sie die Ursachen kennen und beseitigen können.

Menschen mit einer Demenz brauchen, wie Sie nun gelesen haben, einen ganz individuellen, persönlichen Behandlungsplan. Die Methoden, die bei einem Menschen zur Behandlung von auffälligem Verhalten funktionieren, mögen bei einem Anderen das Gegenteil bewirken.

 

Die Behandlung der Alzheimer Erkrankung

Die Behandlung der Alzheimer Erkrankung

In den letzten Jahren wurden in der Prävention, Diagnose und Behandlung der Symptome der Alzheimer Erkrankung große Fortschritte erzielt. 3 Behandlungsoptionen können unterschieden werden:

  • medikamentöse Behandlung
  • nicht-medikamentöse Behandlungen
  • Beratung für die pflegenden und unterstützenden Angehörigen

Die medikamentöse Behandlung

Durch die zur Verfügung stehenden Medikamente (Cholinesterasehemmer, Memantin) kann der Verlauf der Erkrankung verlangsamt werden und die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen kann verbessert werden. Die Medikamente behandeln die Symptome der Erkrankung. Bis heute gibt es keine Behandlung, die den Verlauf der Erkrankung stoppen oder vehindern kann. Trotzdem kann durch bestehende Behandlungsoptionen eine signifikante Verbesserung erreicht werden.

 

Nicht-medikamentöse Behandlungen

In letzter Zeit wurde der nicht-medikamentösen Behandlung sehr viel Aufmerksamkeit gegeben. Diese Behandlungen unterstützten die Effektivität der medikamentösen Behandlung und sind auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Person zugeschnitten, ohne Nebenwirkungen zu haben.

Nicht-medikamentöse Behandlungen beinhalten:

  • Gedächtnistraining – die Übungen können mit Stift und Papier gemacht werden oder am Computer.
  • Sprachtherapie, die auf die Wiedererlangung von sprachlichem Verstehen und Ausdruck abzielt.
  • Ergotherpie, die es Betroffenen ermöglichen soll, so lange wie möglich selbstständig leben zu können. Das geschieht durch das Wiedererlernen persönlicher Fähigkeiten.
  • Biographiearbeit (Erinnerungstherapie), die die Betroffenen ermutigt, sich an Erinnerungen und Gefühle aus der Vergangenheit zu erinnern. Diese sollen dann in Gruppengesprächen ausgedrückt werden. Dazu werden oft Gegenstände, Gerüche, Geschmack oder Musik verwendet.
  • Physiotherapie, die sich auf die Bewegungsfähigkeit, Gleichgewicht, Behebung von Versteifung und Muskelbeweglichkeit konzentriert.
  • Sport, um körperliche Fitness zu trainieren.
  • Kunsttherapie, die es Betroffenen ermöglicht, sich nonverbal auszudrücken um die emotionalen Ausdrucksweisen zu bestärken.

Beratung für Angehörige:

Angehörige von Menschen mit Demenz erfahren oft körperliche, seelische oder finanzielle Belastungen. Im Verlauf der Erkrankung benötigen Angehörige oft Unterstützung und Hilfsangebote. Pflegende Angehörige können an Pflegekursen und Selbsthilfegruppen teilnehmen. Außerdem können sie Beratung und Psychotherapie in Anspruch nehmen.

Das Ziel dieser Angebote ist:

  • Angehörige zu informieren und aufzuklären, um ihnen wieder ein Stück Kontrolle geben zu können.
  • Angehörige im Umgang mit eigenen Gefühlen, wie Angst, Wut, Traurigkeit oder Schuld zu unterstützen.
  • Angehörige in Kontakt mir anderen Angehörigen zu bringen, sodass daraus helfende Netzwerke entstehen könnnen.
  • Die Lebensqualität zu erhöhen.

Die beste Herangehensweise an den Umgang mit der Erkrankung ist ein ganzheiltlicher Ansatz, der medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsstrategien einsetzt und auch die pflegenden Angehörigen mit einbezieht.

So können Sie Ihre Angehörigen auch aus der Ferne unterstützen

Auf dieser Seite finden Sie einige hilfreiche Tipps, die von pflegenden Angehörigen von Menschen mit einer Demenz stammen. Sie sind insbesondere für Angehörige gedacht, die nicht in der Nähe der Betroffenen wohnen und trotzdem in die Pflege oder Unterstützung mit eingebunden werden wollen.

“Um unsere Mutter beim Kochen zu unterstützen, haben wir mit unseren Handys Fotos der Inhalte ihrer Küchenschränke gemacht. So konnten wir ihr von zu Hause aus Anweisungen geben, wie: Die Pfanne ist im Schrank unter der Spüle. Oder: Du findest die Thunfischdosen im Schrank unter dem Radio. Wir haben schnell aufgehört, die Wörter ‘links’ und ‘rechts’ zu verwenden, weil das für uns alle irgendwie verwirrend war. Dann war es sehr praktisch, die Anordnungen in ihrer Küche zu kennen.

Das gleiche haben wir mit den Bedienelementen ihrer Waschmaschine, ihrem Herd, Radio, Heizung und Mikrowelle gemacht. So konnten wir ihr sogar über das Telefon behilflich sein. An ihrem Telefon haben wir unsere Nummern unter den Kurzwahltasten hinterlegt. Dazu haben wir an der Wand eine Karte mit Fotos von uns angebracht und die dazugehörige Kurzwahltaste dazu geschrieben. So wusste unsere Mutter immer, wie sie uns anrufen konnte.”

 

 Skype

Skype ist eine großartige Möglichkeit, um aus der Ferne einen Angehörigen zu unterstützen, wenn Ihr Angehöriger den Umgang damit noch am Anfang der Demenzerkrankung erlernt. Auch in späteren Krankheitsstadien können Sie mit Ihrem Angehörigen per Skype kommunizieren, wenn Nachbarn oder Freunde beim Einrichten der Verbindung helfen können. So können Sie mit Ihren Angehörigen auch dann kommunizieren, wenn Gespräche über Telefon nicht mehr möglich sind – das passiert bei manchen Betroffenen, wenn diese visuelle Reize brauchen, um ein Gespräch zu beginnen. Wenn Sie Skype bisher noch nicht genutzt haben, finden Sie auf der Internetseite von Skpye mehr Informationen zur Nutzung.

 

Mahlzeiten

“Wir hatten gemerkt, dass unsere Mutter nicht mehr in der Lage war, für sich selbst zu kochen. Darum hatten wir bei jedem unserer Besuche den Kühlschrank voller Fertiggerichte gepackt. Solange sie die Mikrowelle noch bedienen konnte, lief das ganz gut, aber später konnte sie diese nicht mehr bedienen. Dann waren Essenslieferdienste von Restaurant in ihrer Nähe eine kurzfristig sehr gute Lösung für uns – von chinesischem Essen bis zu Schweinebraten war alles möglich. Ich würde Ihnen empfehlen, den Lieferanten zu sagen, dass sie Sie anrufen sollen, wenn sie vor der Türe Ihres Angehörigen stehen. Dann können Sie ihn anrufen und bitten, die Türe zu öffnen. Falls Sie aber nicht möchten, dass fremde Menschen wissen, dass Ihr Angehöriger unterstützungsbedürftig ist, sollten Sie andere Optionen in Erwägung ziehen.

Eine andere Möglichkeit wäre “Essen auf Rädern”. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Rubrik Lieferdienste.

 

Medikamente

“Nach einiger Zeit bemerkten wir, dass unsere Mutter an die Einnahme ihrer Medikamente erinnert werden musste. Am Anfang hat das noch ganz gut per Telefon geklappt, aber nach einer Weile hatte auch das nicht mehr funktioniert. Dann hatten wir die Idee, ihre Apotheke zu fragen, ob diese die Medikamente unserer Mutter in eine sogenannte Medikamentenbox sortieren kann. In solchen Boxen werden die Medikamente in unterschiedliche Kästchen gelegt, die nach Wochentag und Tageszeit beschriftet sind. So konnte unsere Mutter immer sehen, wann sie welche Medikamente einnehmen musste.

 

Lebensmitteleinkauf

Inzwischen gibt es einige Möglichkeiten, um auch Nahrungsmittel über das Internet zu bestellen. Mehr Informationen finden Sie in der Rubrik Lieferdienste.

 

Sicherheit

“Wir haben einem bekannten Nachbarn eine Kopie von Mutter’s Haustürschlüssen gegeben und an lokale Polizeitstationen Fotos meiner Mutter hinterlegt, falls sie sich einmal verlaufen sollte. Unsere Telefonnummer und die Nummer ihres Nachbarn haben wir der Polizei dazu hinterlegt.”

Außerdem gibt es einige technische Hilfen, die die Sicherheit erhöhen können. Zum Beispiel sogenannte Telecare Angebote.

 

Haushaltsführung

“Meine Mutter hatte irgendwann Schwierigkeiten, die Waschmaschine zu bedienen und ihren Haushalt zu schmeißen. Zuerst hatten wir ihr selbst bei unseren Besuchen damit geholfen, aber auf längere Sicht war das nicht möglich.” In solchen Situationen können neben Nachbarn und Freunden auch professionelle Anbieter von haushaltsnahen Dienstleitungen eine geeignete Hilfe sein. Sie übernehmen solche Aufgaben, wie das Wäsche waschen oder die Wohnung sauber machen. Mehr Informationen finden Sie in der Rubrik Pflege zu Hause unter dem Punkt Hilfen im Haushalt.

Weiterführende Links

Ausführliche Informationen rund um Demenz.Zu dieser Seite gehen...
Pflegewissen Demenz.Zu dieser Seite gehen...
Deutsche Alzheimer Gesellschaft.Zu dieser Seite gehen...
Infos zur Frontotemporalen Demenz von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.Zu dieser Seite gehen...

 

Alle Inhalte stammen aus dem E-learning Angebot SET CARE unter freundlicher Genehmigung der Alzheimer Gesellschaft Athen und Dementia Challengers:

Das SET-CARE – Self-Study E-Learning-Tool.Zu dieser Seite gehen...
Die Dementia Challengers Internetseite hat es sich zur Aufgabe gemacht, Angehörige von Menschen mit Demenz an hilfreiche Online-Hilfen weiterzuverweisen. Alle Artikel auf der Internetseite wurde von Angehörigen selbst geschrieben und außerdem sind alle verlinkten Artikel speziell von Angehörigen ausgesucht worden. Die englischsprachige Seite wächst immer weiter und ist dabei bedacht, auf die Bedürfnisse pflegender Angehöriger zu reagieren.Zu dieser Seite gehen...