Was ist Parkinson

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Ganz einfach ausgedrückt ist Parkinson eine progressive Nervenerkrankung, für die es bisher noch keine Heilung gibt. Bei manchen Menschen verläuft die Erkrankung

langsamer als bei anderen und die Symptome der Erkrankung können durch Medikamente lange Jahre lang eingeschränkt werden. Parkinson resultiert aus einem Mangel an Dopamin, welches im Gehirn dafür zuständig ist, dass Befehle von einer Nervenzelle zur anderen gelangen. Der betroffene Bereich im Gehirn ist der substantia nigra, der mit der Kontrolle von Bewegungen zusammenhängt. Wir alle verlieren Dopamin, wenn wir älter werden – schon 
von Geburt an. Aber erst, wenn 80% des Dopamin verloren gegangen sind, beginnen die Symptome von Parkinson. Menschen mit Parkinson verlieren diesen Stoff also schneller als andere.

Wie können Sie am Besten mit Parkinson umgehen?

Stressvolle Situationen sind generell zu vermeiden! Ernähren Sie sich ausgewogen und machen Sie oft Sport um Gelenke und Muskeln fit zu halten. Bleiben Sie in Kontakt zu Freunden und legen Sie Wert auf ein erfülltes Sozialleben. Außerdem ist es wichtig, dass Sie die richtigen Medikamente nehmen – regelmäßig und so wie verschrieben.

Parkinson – Symptome

Der Tremor, also das unkontrollierte Zittern an Hand oder Fuß, Bewegungsverlangsamung und Muskelversteifungen sind die häufigsten Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung. Es gibt zwei Gruppen von Symptomen: motorische und nicht-motorische.

Motorische Symptome stehen in Bezug zu Bewegung, zum Beispiel das Zittern. Nicht – motorische Symptome sind oft Depressionen und Verstopfungen.

 

Zittern

Das Zittern tritt bei Menschen mit Parkinson auf, wenn Hand oder Bein entspannt ruhen und nicht benutzt werden. Beispielsweise kann ein Tremor in der Hand auftreten, wenn die Person sitzt und nichts tut.  Aber wenn sie dann eine Bewegung willentlich ausführen will, hört das Zittern auf.

Das Zittern kann schlimmer werden, wenn der Mensch sich unruhig oder angespannt fühlt. Betroffene merken meist, dass der Tremor (das Zittern) in Stresssituationen sehr deutlich aufkommt. Allerdings bekommen nicht alle Menschen mit Parkinson dieses Zittern. Die Parkinson’s Disease Society in Großbritannien schätzt, dass bis zu 70% aller Erkrankten einen Tremor entwickelt.

 

Bewegungsverlangsamung (Bradykinesie)

Alltägliche Aufgaben, wie das morgendliche Anziehen werden durch Bewegungsverlangsamung starkt erschwert. Auch auf das Gehen kann dieses Symptom einen Einfluss haben, da es zu kurzen, schlürfenden Schritten führen kann.

 

Versteifungen

Versteifungen können bei Parkinson dadurch entstehen, dass die Muskeln sich nicht mehr an- oder entspannen können. Einfache Bewegungsübungen oder Physiotherapie können die Lockerung der Muskel erleichtern und die Beweglichkeit verbessern.

 

Verstopfungen

Verstopfungen sind bei der Parkinson Erkrankung nicht selten. Umso wichtiger ist deren Behandlung, denn durch sie kann die Aufnahme der Medikamentenwirkstoffe verzögert werden, wodurch ihre Wirkung stark vermindert wird. Durch das Trinken von vielen Flüssigkeiten, wie Wasser und dem regelmäßigen Verzehr von frischem Obst und Gemüse können Sie Verstopfungen vermeiden. Auch ein Mangel an Bewegung kann Verstopfungen begünstigen.

Falls Sie unter Verstopfungen leiden und Ihnen diese Ratschläge nicht helfen, nehmen Sie unbedingt Kontakt zu Ihrem Arzt auf. Es mag Ihnen helfen, Abführmittel zu nehmen.

 

Depressionen

Depressionen sind ebenfalls eine häufig auftretende Erkrankung bei Menschen mit Parkinson. Sie machen vielen Betroffenen das Leben mit der Erkrankung noch schwerer, da Sie oft das Selbstwertgefühl vermindern und das Gefühl von Hoffnungslosigkeit verbreiten. Deswegen ist es sehr wichtig, dass Sie Ihrem Arzt darüber berichten, wenn Sie diese Gefühle haben. Depressionen können mit psychologischer Hilfe und bei Bedarf auch Medikamenten behandelt werden.

 

Angstzustände

Angstzustände, Unruhen oder Angstattacken können auch bei Menschen mit Parkinson auftreten. Manchmal kann dies durch Medikamente bedingt sein.

Behandlung von Parkinson

Wie können Sie sich nun selbst helfen? Sie können damit anfangen, Stress zu vermeiden oder mit stressvollen Situationen gut umzugehen, sich gut ernähren und sich regelmäßig sportlich zu betätigen – all das hilft. Manchen Menschen werden von Ihren Ärzten außerdem Antioxidantien verschrieben, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen sollen.

Aber der erste und wichtigste Schritt zur erfolgreichen Behandlung ist die richtige Diagnose von einem Facharzt. Auf dieser Diagnose kann dann ein Behandlungsplan aufgebaut werden, der folgende Punkte enthalten kann:

  • Medikamente
  • Physiotherapie,
  • Ergotherapie
  • Logotherapie (Sprachtherapie)
  • Hilfe durch ambulante Pflegedienste
  • Psychiatrische und psychologische Hilfen
  • Beratung durch Sozialarbeiter oder Gesundheitsfachkräfte
  • Ernährungsberatung.

Medikamente werden in fast allen Fällen ein elementarer Bestandteil des Behandlungsplans sein. Sie werden aber manchmal erst bei fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt.

 

Medikamente

Die größte Medikamentengruppe zur wirkungsvollen Behandlung der motorischen Symptome sind Levodopa, Dopaminagonist und MAOI. Die am häufigsten verwendeten Behandlungspläne hängen start von dem Stadium der Erkrankung ab. Dabei werden meist zwei Phasen unterschieden: Die anfängliche Phase, in der der Mensch schon einige Einschränkungen auf Grund der Erkrankung entwickelt hat, für welche er medikamentöse Behandlung braucht. In der zweiten Phase sind auf Grund der Levodopa Einnahme weitere motorische Einschränkungen entstanden. Der Behandlungsplan in der ersten Phase zielt darauf ab, die richtige Balance zu finden, zwischen der Behandlung der Symptome und den Nebenwirkungen durch die Verbesserung der dopaminergen Funktionen.

Der Beginn der L-DOPA Behandlung kann verschoben werden, indem andere Medikamente, wie MAO-B Inhibitoren und Dopaminagonisten, verwendet werden – in der Hoffnung, den Beginn der Dyskenisien zu verschieben. Unter Dyskenisien versteht man unter anderem die Verringerung absichtlicher Bewegungen und das Aufkommen unabsichtlicher Bewegungen. In der zweiten Phase ist das Ziel die Reduzierung von Symptomen unter gleichzeitiger Kontrolle der schwankenden Auswirkungen von Medikamenten. Das plötzlich Absetzen von Medikamenten ist gefährlich und eine Überdosis kann für manche Patienten ebenfalls schädlich sein, deswegen sollten Sie regelmäßigen Kontakt zu Ihrem Arzt halten.

 

Tiefe Hirnstimulation (DBS engl. Deep Brain Stimulation)

Für Menschen, die schwere Nebenwirkungen durch Parkinson-Medikamente erfahren oder für die diese Medikamente nicht ausreichen, können Operationen und die tiefe Hirnstimulation ein Weg sein, um einige der Parkinson-Symptome zu behandeln. Aber nicht für jeden Mensch kommt DBS in Frage. Es handelt sich um einen operativen Eingriff in das Gehirn und dem Anbringen von Elektroden im Gehirn, die elektrische Signale an bestimme Hirnregionen senden. DBS in ausgewählten Regionen des Gehirns kann große Erfolge in der Behandlung von sonst behandlungsresistenten Bewegungsstörungen, wie Parkinson, Tremor und Dystonia, erzielen. DBS verändert die Gehirnaktivität direkt in einer kontrollierten Art und Weise und kann große Erfolge im Anfangsstadium erzeugen.

Weitere Informationen zur tiefen Hirnstimulation finden Sie auf dieser Internetseite der Uniklinik Köln.

Atypisches Parkinsonsyndrom

Atypisches Parkinsonsyndrom oder Parkinsonismus ist der Überbegriff für alle Diagnosen von Parkinson-ähnlichen Symptomen (Tremor, Steifheit, langsame Bewegung etc), wo sich die Ärzte nicht sicher sind, ob diese durch einen Verlust von Dopamin ausgelöst wurden. Viele Menschen mit dieser Diagnose haben kein Parkinson. Nur 85% aller Menschen mit atypischem Parkinsonsyndrom haben die idiopathische Parkinson Erkrankung. Parkinson-ähnliche Symptome können auch durch Medikamente, neurogenerative Erkrankungen oder vaskuläre Probleme ausgelöst werden. So ist es gerade am Anfang der Parkinson Erkrankung schwer festzustellen, ob der Mensch an Parkinson erkrankt ist oder er nur die ähnlichen Symptome zeigt. Die richtige Diagnose kann meist durch den weiteren Verlauf der Symptome bzw. der Erkrankung oder durch die Entstehung zusätzlicher Symptome gestellt werden.

Neurodegenerative Erkrankungen, die Parkinson auslösen werden gemeinschaftlich in der Kategorie Atypisches Parkinsonsyndrom oder Pakinson – Plus Syndrom zusammengefasst. Das ‘Plus’ steht für die zusätzlichen atypischen Symptome, die neben den Parkinsonsymptomen auftreten. Insbesondere in den folgenden Fällen sollte Atypisches Parkinson bedacht werden:

  • Keine Resonanz auf Dopamin
  • Früher Verlust des Gleichgewichts
  • Markante intellektuelle Veränderung (Demenz)
  • Rascher Beginn und Verlauf
  • Auffälliger haltungsbedingter Blutdruckabfall, Stuhl- und Urininkontinenz
  • Keinen oder fast keinen Tremor.

 

Multisystematrophie (MSA)

Multisystematrophie und Parkinson verursachen beide Versteifungen und Bewegungsverlangsamungen in den frühen Stadien. Die zusätzlichen Symptome, wie die Schluckbeschwerden und Schwindelgefühle, sind aber im frühen Parkinsonstadium ungewöhnlich.

 

Progressive supranukleäre Blickparese (PSP)

Progressive supranukleäre Blickparese wird auch Steele-Richardson-Olszewski Syndrom. Es betrifft die Augenbewegung, Gleichgewicht, Bewegungsfähigkeit, Sprechen und Schlucken.

 

Vaskulärer Parkinsonismus

Manchmal erfahren Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben auch diese Art von Parkinsonismus – meistens nach Schlaganfällen, die so leicht sind, dass sie gar nicht bemerkt werden.

 

Drogen-indizierter Parkinsonismus 

Manche Drogen können eine Form von Parkinsonismus auslösen, die normalerweise aber umkehrbar.

Reaktionen auf Parkinson-Medikamente:

Wenn Ihr Arzt annimmt, dass Sie an Parkinson erkrankt sind, nimmt er oder sie an, dass die Einnahme von Parkinson-Medikamenten, wie Levodopa (Madopar, Sinemet oder Stalevo) Ihnen hilft. Das bedeutet, er oder sie nimmt an, dass sich dadurch Ihre Symptome verbessern, vorausgesetzt die Dosis ist hoch genug. Manchmal merkt man erst, dass die Medikamente nutzen, wenn man sie reduziert oder absetzt und sich die Symptome dann verstärken. Wenn Sie keinen Effekt der Medikamente spüren, könnte das Zweifel an der Diagnose hegen.

Die meisten Menschen mit Parkinsonismus oder Atypischen Parkinson (und ohne Parkinson-Erkrankung) reagieren wenig oder gar nicht auf Parkinson-Medikamente. Andererseits gibt es aber auch einige Formen von Parkinsonismus, neben Parkinson, die einen großen Effekt diese Medikamente zeigen.

Machen Sie sich also bewusst, falls Sie entweder ungewöhnliche Symptome oder keinen Effekt nach der Einnahme von Parkinson-Medikamenten spüren, heißt das nicht automatisch, dass Sie eine andere Form des Parkinsonismus haben. Aber Ihr Arzt könnte daraufhin weitere Untersuchungen veranlassen.

Weiterführende Links

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Inhalte übersetzt aus Originalquelle. Mit freundlicher Genehmigung von:

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