Viele pflegende Angehörige haben finanzielle Nachteile durch die Pflege eines Familienmitglieds. Wenn Angehörige Ihren Beruf aufgeben müssen oder durch die Pflege keiner Beschäftigung nachgehen können, fallen sie oft in Arbeitslosenhilfe oder Sozialhilfe. Mit dieser minimalen Grundversorgung lassen sich keine großen Sprünge machen, sodass auch die Nutzung von Bus und Bahn oft zweimal überdacht wird. Dadurch werden pflegende Angehörige aber oft an der Teilnahme am öffentlichen Leben und an Kulturveranstaltungen gehindert. Damit das nicht passieren muss, sollten Sie sich über die Möglichkeiten der Vergünstigungen bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs informieren.

 

Freifahrt als Begleitperson eines schwerbehinderten Menschen

Menschen, die auf Grund einer chronischen Erkrankung oder Behinderung schwerbehindert sind, können einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Wenn die Art der Schwerbehinderung eine Begleitung durch eine zweite Person begründet, wird in diesem Ausweis ein B eingetragen. Dann können diese Menschen eine Begleitperson auch im Nah- und Fernverkehr kostenlos mitnehmen. Die Begleitperson muss keine Fahrkarte bezahlen. Nähere Informationen zum Schwerbehindertenausweis finden Sie in der Rubrik Rechtliche Bestimmungen.

Für Sie als pflegende Angehörige bedeutet das, dass Sie, wenn Sie mit Ihren Angehörigen unterwegs sind kein Geld für Bahn- und Busfahrkarten ausgeben müssen, wenn diese die oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Sollten Ihre Angehörigen keinen Schwerbehindertenausweis haben, informieren Sie sich trotzdem, ob eine Beantragung des Ausweises erfolgreich sein könnte. Oft bekommen Ihre Angehörigen mit dem Schwerbehindertenausweis viele weitere Nachteilsausgleiche, wie Freifahrten im öffentlichen Nahverkehr.

 

Vergünstigungen beim Bezug von Arbeitslosenhilfe oder Sozialhilfe

Menschen, die einen Angehörigen pflegen oder unterstützen und deswegen nicht arbeiten können, haben meistens Anspruch auf Sozialhilfe oder Arbeitslosenhilfe, wenn Sie sonst nicht genügend Einkommen oder Vermögen haben. In vielen Städten und Gemeinden gibt es für Sozialhilfe- und Arbeitslosenhilfeempfänger ein Sozialticket, mit dem Sie Vergünstigungen bei kulturellen Einrichtungen, Theatern und Kinos bekommen. Aber auch für den Nahverkehr bekommen Sie oft Vergünstigungen.

Erkundigen Sie sich bei Interesse im Internet auf den Seiten Ihres Nahverkehrsanbieters oder bei Ihrem Jobcenter oder Sozialamt. Diese stellen Ihnen dann meist einen Berechtigungsschein aus, mit dem Sie bei Ihrem lokalen Nahverkehrsanbieter dann eine vergünstige Monatskarte oder Einmalkarte kaufen können. Die Vergünstigungen liegen meist bei 30-60% des Normalpreises.

 

Vergünstigungen durch die BahnCard der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn verkauft die sogenannte BahnCard. Sie ist eine Rabattkarte, die Ihren Käufern 25% oder 50% Rabatt auf den Fahrpreis bietet. Die Vergünstigungen erhalten Sie in den Regional- und Fernzügen der Bahn, sowie in vielen Nahverkehrszügen und –Bussen. Ob Sie mit der BahnCard auch Rabatt bei Ihrem lokalen Nahverkehrsanbieter bekommen, fragen Sie am besten direkt dort an.

Menschen mit einer Schwerbehinderung ab einem Grad von 70 bekommen die BahnCard zu einem ermäßigten Preis. Auch alle Personen ab 60 Jahren bekommen die BahnCard ermäßigt. Zur Zeit (Januar 2014) kostet die BahnCard 25, mit der Sie 25% Rabatt bekommen, 41€ ermäßigt. Die BahnCard 50 kostet ermäßigt 127€. Sie gelten ein Jahr lang.

Auch bekommen Angehörige eines BahnCard-Inhabers eine ermäßigte BahnCard, wenn Sie im gleichen Haushalt wohnen. Die BahnCard bekommen Sie in jedem Bahnhofsschalter und im Internet.

 

Weiterführende Links

Informationen der BundesElternVereinigung für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie e.V. zu den Themen Schwerbehindertenausweis, Freifahrten & Reisen.Zu dieser Seite gehen...