In Deutschland werden 70% aller Menschen mit einer Pflegestufe zu Hause versorgt. Die meisten erhalten dabei Unterstützung von Angehörigen, Freunden und Nachbarn.  

Egal wie und wie oft Sie Ihren Angehörigen, Freund oder Nachbarn pflegen betreuen oder unterstützen – es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten für Sie beide, die Sie kennen sollten. Auf den folgenden Seiten (unten) finden Sie eine Übersicht über häufige (Pflege-) Dienstleistungen, die Sie bei der Pflege entlasten können. Außerdem finden Sie Informationen zu Hilfsmöglichkeiten im Haushalt, zur Betreuungsangeboten für Ihre Angehörigen und zu Beratungsangeboten. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und machen Sie sich eine Übersicht über Hilfen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Vielleicht entdecken Sie ja auch Unterstützungsmöglichkeiten, die Sie noch gar nicht kannten.

Im Folgenden werden Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung beschrieben. Privat Versicherten stehen grundsätzlich die gleichen Leistungen zur Verfügung. Für genaue Informationen wenden Sie sich an Ihre Versicherung

Pflegedienste & Sozialstationen

Ein ambulanter Pflegedienst kann Sie bei der Pflege zu Hause unterstützen. Manchmal kennt man ambulante Pflegedienste auch unter dem Namen Sozialstation. Dies sind dann Pflegedienste, die zu den Wohlfahrtsverbänden gehören, während die anderen meist private Unternehmen sind. In Pflegediensten arbeiten unter anderem Pflegefachkräfte und -hilfskräfte, die zu pflege- und unterstützungsbedürftigen Menschen nach Hause kommen und bei der Pflege und Versorgung helfen. Sie können zum Beispiel die pflegebedürftigen Menschen ins Bett bringen, beim Anziehen helfen oder auch Blutzuckermessen und Verbände wechseln.

 

Welche Leistungen bietet ein Pflegedienst konkret an?

Das Angebot von Pflegediensten kann unterschiedlich sein. Häusliche Alten- und Krankenpflege ist jedoch die Kernaufgabe aller Anbieter. Dies beinhaltet die medizinische Behandlungspflege, die von Ärzten verschrieben wird. Beispiele für Behandlungspflege sind Insulinspritzen, die Medikamentengabe und das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen. Außerdem beinhaltet die häusliche Alten- und Krankenpflege auch die sogenannte Grundpflege. Das ist zum Beispiel die Unterstützung bei der Morgentoilette, bei der Nahrungsaufnahme oder das Umbetten.

Über diese Pflegeangebote hinaus bieten ambulante Pflegedienste oft auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten an, wie das Reinigen der Wohnung, Einkaufen oder Begleitung beim Arztbesuch. Zudem können Sie bei manchen Pflegediensten häusliche Betreuungsleistungen einkaufen. Das bedeutet, dass dann Angestellte des Pflegediensts den pflege- oder unterstützungsbedürftigen Menschen zu Hause besuchen und betreuen. Das geschieht durch Gespräche oder durch Spazieren gehen, aber auch Gedächtnistraining oder Übungen zur Tagesstrukturierung können dazu gehören.

Neben den rein vertraglich vereinbarten Leistungen sind die Pflegedienstmitarbeiter insbesondere für alleinlebende Menschen oft mehr als nur eine Pflegekraft. Sie werden oft zu einem wichtigen, regelmäßigen Kontakt. Sie führen Krankenbeobachtung durch, halten den Kontakt zum Hausarzt, beraten, entwickeln Ideen zur Verbesserung der Pflegesituation und entlasten durch Gespräche auch die Angehörigen. Der Pflegedienst wird nicht selten zum Alltagsberater für alle Fragen.

 

Wann sollte Ich darüber nachdenken, einen Pflegedienst zu nutzen?

Als Angehörige kann Ihnen ein Pflegedienst schwierige oder anstrengende Pflegeaufgaben abnehmen oder Ihnen für eine kurze Zeit eine Pause ermöglichen. Für alleinlebende pflege- oder unterstützungsbedürftige Menschen kann ein solcher Dienst dabei unterstützen, weiterhin selbstständig in der eigenen Wohnung zu leben.

 

Was kostet die Nutzung eines Pflegedienstes?

Wenn Sie einen ambulanten Pflegedienst beauftragen, wählen Sie bestimmte Leistungen aus dem jeweiligen Angebotskatalog aus. Zum Beispiel die Leistung „Hilfe bei der Nahrungsaufnahme“ oder „Einkaufen“. Jede Leistung hat dann einen Preis, der sich ungefähr nach der Dauer der Aufgabe richtet. Die Kosten für die Nutzung eines Pflegedienstes hängen also davon ab, welche Leistungen Sie wie oft einkaufen. Einige Pflegedienst bieten auf ihren Internetseiten Kostenrechner an. Dort können Sie sich selbst ausrechnen, wie viel ein Pflegedienst für Ihre Bedürfnisse kosten würde. Die Caritas bietet auf Ihrer Internetseite zum Beispiel solch einen Rechner an.

Seit 2013 können Sie statt nach Leistungen auch nach Zeitkontingenten abrechnen. Sie engagieren dann den Pflegedienst für eine bestimmte Dauer und sprechen mit diesem ab, welche Leistungen in dieser Zeit erbracht werden sollen. Sie zahlen dann sozusagen nur eine Art Stundenlohn.

Versicherte der Pflegeversicherung mit einer Pflegestufe haben Anspruch auf Zuschüsse durch die Pflegekasse. Sie können bei Pflegestufe I Leistungen eines Pflegediensts bis zu 468 € im Monat in Anspruch nehmen. Diese rechnet der Pflegedienst dann direkt mit Ihrer Pflegekasse ab. Bei Pflegestufe II können Sie Leistungen im Wert von 1.144 € und bei Pflegestufe III 1612 € in Anspruch nehmen. Mehr Informationen zu diesen sogenannten Pflegesachleistungen finden Sie in unserer Rubrik Leistungen der Pflegeversicherung.

Dort finden Sie auch Informationen zu Sachleistungen speziell für Menschen mit Demenz. Sie können pro Pflegestufe höhere Sachleistungen in Anspruch nehmen und bekommen sie auch bei Pflegestufe 0.

 

Checkliste: So finden Sie einen ambulanten Pflegedienst

  1. Sprechen Sie mit Ihren pflege- oder unterstützungsbedürftigen Angehörigen über Ihren Wunsch, einen ambulanten Pflegedienst zu beauftragen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Angehörigen frühzeitig in Ihren Plan einbeziehen. Oft fällt es ihnen am Anfang schwer, eine fremde Person in der Wohnung zu haben, die vielleicht sogar intime Pflegeaufgaben durchführt. Aber auch manchen pflegenden Angehörigen kann es schwer fallen, diese Verantwortung an einen Pflegedienst abzugeben. Äußern Sie solche Gedanken auch später beim Erstgespräch mit der Pflegedienstleitung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Beauftragung eines Pflegediensts eine gute Idee für Sie und Ihren Angehörigen ist, suchen Sie Beratung in Pflegeberatungsstellen, diese informieren Sie neutral und unabhängig.
  2. Sollte Ihre Angehörigen noch keine Pflegestufe haben, stellen Sie einen Antrag bei Ihrer Pflegeversicherung. So bekommen Sie Zuschüsse der Pflegekasse zu den Kosten. Auch wenn schon eine Begutachtung erfolgte, können Sie eine Wiederbegutachtung beantragen, wenn sich der Pflegebedarf verändert hat. Mehr Informationen zur Beantragung finden Sie in unserer Rubrik Rechtliche Bestimmungen.
  3. Treffen Sie eine Auswahl über Pflegedienste, die für Sie beide in Frage kommen. Adressen erhalten Sie von Ihrer Pflegeversicherung, von Pflegeberatungsstellen und durch Suchen im Internet. Am besten Sie haben am Schluss mehrere Einrichtungen, die für Sie in Frage kommen. Auch Freunde oder Nachbarn können Ihnen vielleicht Empfehlungen geben.
  4. Dann sollten Sie diese Pflegedienste vergleichen um herauszufinden, welcher Dienst am besten ihren Bedürfnissen entspricht. Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Leistungen Sie brauchen. In Ihrem Vergleich sollte neben den passenden Leistungen und dem Preis auch die Qualität eine Rolle spielen. Auf der Internetseite von vitanet finden Sie einen Artikel mit hilfreichen Vergleichskriterien, auf die Sie dabei achten können. Den Link dazu finden Sie am Ende dieses Texts. Vielen Kunden ist es beispielsweise wichtig, dass es keine häufigen Wechsel der Pflegekräfte gibt, sodass eine Vertrautheit zur Pflegekraft aufgebaut werden kann. Überprüfen Sie außerdem, ob der Pflegedienst sich auf die von Ihnen gewünschten Besuchszeiten einlassen kann.
  5. Wenn Sie sich für einen oder mehrere Dienste entschieden haben, erstellen Sie eine Übersicht über die Leistungen, die Sie einkaufen wollen und machen Sie daraus einen Kostenplan, gegebenenfalls durch Hilfe von Pflegeberatungsstellen. Sollten Sie Pflegesachleistungen von Ihrer Pflegeversicherung bekommen, berechnen Sie, wie viel der Kosten Sie nach Abzug selbst tragen müssten.
  6. Allgemein gilt: Sollte Ihr Einkommen und Vermögen diese Kosten nicht decken können, lassen Sie sich von Pflegeberatungsstellen beraten, ob das Sozialamt die Kosten übernehmen könnte. Dies ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
  7. Spätestens jetzt sollten Sie ein persönliches Beratungs- und Vorstellungsgespräch mit der Pflegedienstleitung des jeweiligen Pflegedienstes wahrnehmen. Hier können Sie sich über die konkreten Abläufe erkundigen und sichergehen, dass Ihre Bedürfnisse vom Pflegedienst abgedeckt werden können. Wenn Sie das Gefühl haben, dass alle Fragen beantwortet wurden und der Pflegedienst für Ihren Angehörigen und Sie ein guter Partner ist, schließen Sie einen Leistungsvertrag mit dem Anbieter Ihrer Wahl. Achten Sie aber darauf, dass dieser Anbieter von Ihrer Pflegekasse anerkannt ist, damit Sie die Zuschüsse in Form der Pflegesachleistung erhalten können. Unter dem unten stehen Link zu Vitanet finden Sie wertvolle Informationen, worauf Sie beim Vertragsabschluss achten sollten.

 

Alle Texte in dieser Rubrik werden von Experten geprüft. Dieser Text wurde geprüft von Mitarbeitern einer Sozialstation. Wir danken den jeweiligen Experten für Ihre wertvolle Unterstützung.

Tagespflege

Tagespflege meint die Betreuung eines pflege-, unterstützungsbedürftigen oder demenzerkrankten Menschen tagsüber in einer Tagespflegeeinrichtung. Sie ist als Unterstützung der Pflege zu Hause und vor allem für die Entlastung der pflegenden Angehörigen gedacht. Sie kann in Anspruch genommen werden, wenn sonst die Pflege nicht sichergestellt werden kann – zum Beispiel wenn Sie tagsüber arbeiten. In der Tagespflege werden Ihre Angehörigen von morgens bis nachmittags betreut und versorgt. Die Einrichtung kümmert sich dabei nicht nur um eine qualifizierte Pflege sondern auch um die soziale Betreuung. So gibt es oft neben den gemeinsamen Mahlzeiten mit anderen Besuchern auch Freizeitangebote wie Singen, Lesen, Malen oder Spazieren-Gehen. Auch gesundheitsfördernde Aktivitäten und Gedächtnistraining können zu den Leistungen einer Tagespflegeeinrichtung zählen.

 

Wann ist eine Tagespflege sinnvoll?

Tagespflege steht allen Menschen mit einer Pflegestufe zu. Sie kann also in jeder Phase der Pflege sinnvoll sein. Ihre Angehörigen werden dort pflegerisch versorgt und meist gibt es ein weitreichendes Freizeitangebot, aus dem sie wählen können. Aber auch für Sie als Pflegeperson kann eine Tagespflege großen Nutzen haben. Sollten Sie berufstätig sein, ermöglicht es Ihnen die Tagespflege, sich mit weniger Sorgen Ihrem Beruf widmen zu können. Nicht-Berufstätige können tagsüber Zeit für sich selbst, die eigenen Freunde und Familie oder Hobbies aufbringen. Auch Behördengänge und Arztbesuche können zu dieser Zeit stressfrei unternommen werden.

Für Menschen mit Demenz gibt es Tagespflege-Einrichtungen, die sich auf diese Erkrankung spezialisiert haben. Hier ist es wichtig, dass Sie Ihrem Angehörigen Zeit geben, sich an die Veränderung zu gewöhnen. Dabei hilft es, wenn die Tagespflege schon früh regelmäßig genutzt wird, denn in späteren Erkrankungsphasen sind häufige Ortswechsel für Menschen mit Demenz oft Stress- und Angst-belastet.

Tipp: Sie müssen sich nicht um das Hinbringen und Abholen Ihres Angehörigen kümmern!

Tagespflege- einrichtungen haben normalerweise einen eigenen Fahrdienst.

 

Was kostet Tagespflege?

Die Kosten variieren zwischen den Einrichtungen und können beispielsweise zwischen 50€ – 80 € pro Tag liegen. Versicherte mit Pflegestufe (auch Pflegestufe “0”) bekommen Zuschüsse der Pflegeversicherung. Ein Eigenanteil für Unterkunft und Verpflegung muss aber immer selbst bezahlt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Rubrik Leistungen der Pflegeversicherung.

Bei geringem Einkommen kann das Sozialamt auf Antrag die Kosten übernehmen.

 

Wie finde ich eine geeignete Tagespflegeeinrichtung?

Eine passende Einrichtung zu finden ist gar nicht so einfach. Am besten verschaffen Sie sich erst einen Überblick über alle Einrichtungen, die in Ihrer Nähe sind. Dann können Sie diese nach den Kriterien vergleichen, die Ihnen und Ihren Angehörigen wichtig sind. Eine Auflistung finden Sie über örtliche Wohlfahrtsverbände oder Ihre Krankenkasse. Über Suchseiten im Internet können Sie ebenfalls nach Einrichtungen in Ihrer Nähe suchen – unten auf dieser Seite finden Sie dazu einen Link.

 

Checkliste: Schritte zur Tagespflege für Angehörige

  1. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über Ihren Wunsch, Tagespflege zu nutzen. Erklären Sie Ihre Gründe und nehmen Sie ihm oder ihr die Angst vor dieser Umstellung. Machen Sie erst weiter mit dem nächsten Schritt, wenn auch Ihre Angehörigen damit einverstanden sind.
  2. Ihre Angehörigen müssen einen Antrag auf Tagespflege bei ihrer Pflegekasse stellen – dabei helfen Ihnen Pflegeberatungsstellen oder Tagespflegeeinrichtungen. Stellen Sie diesen Antrag so früh wie möglich, denn erst mit einer Zusage können Sie die Kostenübernahme der Pflegekasse bekommen.
  3. Treffen Sie eine Auswahl über Tagespflegeeinrichtungen, die für Sie beide in Frage kommen. Schauen Sie sich ruhig vor Ort um. Am besten Sie haben am Schluss mehrere Einrichtungen, die für Sie in Frage kommen. Notieren Sie sich dabei auch die Kosten, die nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt werden. Eine gute Entscheidungshilfe zur Auswahl passender Einrichtungen bietet zum Beispiel die SBK auf ihrer Internetseite. Den Link finden Sie am Ende dieses Texts.
  4. Erstellen Sie einen Kostenplan und überprüfen Sie, ob Sie die anfallenden Kosten nach Abzug von Zuschüssen der Pflegeversicherung selbst zahlen können. Sollte das nicht der Fall sein, wenden Sie sich an das lokale Sozialamt und beantragen Sie dort die Übernahme der Kosten. Tun Sie das möglichst früh. Lassen Sie sich dabei von Pflegeberatungsstellen beraten.
  5. Wenn die Finanzierung gesichert ist und Sie sich beide für eine Einrichtung entschieden haben, nehmen Sie ein Beratungs- und Vorstellungsgespräch mit der Einrichtungsleitung wahr. Lassen Sie sich auch aufklären, wie die Kostenerstattung mit der Pflegekasse organisiert wird. Klären Sie ebenso noch einmal genau ab, ob alle Bedürfnisse Ihrer Angehörigen erfüllt werden können. Vereinbaren Sie unter Umständen einen „Probetag“.

Nachtpflege

Nachtpflege meint die Betreuung und Versorgung eines Menschen über Nacht in einer Nachtpflegeeinrichtung. Wie die Tagespflege ist die Nachtpflege ein Angebot, welches Menschen nutzen können, wenn sonst die Pflege zu Hause nicht sichergestellt werden kann. Beispielsweise wenn Sie am erholsamen Schlaf gehindert wird. Sie können Ihre Angehörigen dort von abends bis zum Morgen betreuen lassen. Die Einrichtung kümmert sich um alle anfallenden Pflegeaufgaben und Bedürfnisse, wie das zur Toilette bringen oder das ins Bett bringen. Auch das Abholen von zu Hause und das Zurückbringen erledigt die Einrichtung für Sie. Manche Anbieter bieten sogar ein Abendessen, Frühstück oder Abendprogramm an.

 

Wann ist eine Nachtpflege sinnvoll?

Nachtpflege steht allen Menschen mit einer Pflegestufe zu, unabhängig davon, ob sie allein oder mit anderen wohnen. Auch Menschen mit Demenz ohne Pflegestufe, die nur Leistungen wegen eingeschränkter Alltagskompetenz bekommen, können Nachtpflege in Anspruch nehmen. Insbesondere Angehörige von Menschen mit Demenz können durch Demenz-Symptome, wie einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus, am Durchschlafen gehindert werden und deshalb durch Nachtpflege deutlich entlastet werden. Aber auch alle anderen Angehörigen, die durch pflege- oder erkrankungsbedingte Auswirkungen am Schlafen gehindert werden, sollten Nachtpflege in Erwägung ziehen. Sprechen Sie diesen Wunsch am besten schon am Anfang mit Ihrem Angehörigen ab. Für viele Menschen ist Nachtpflege oft anfangs ein großer, ungewohnter Schritt, der insbesondere bei Menschen mit Demenz Angst und Stress auslösen kann. Aber für viele Familien kann es eine enorme Hilfe sein, um die Belastungen zu reduzieren. – wägen Sie die Möglichkeiten gut ab, unter Umständen mit Hilfe einer Pflegeberatungsstelle.

Tipp: Achten Sie als Angehöriger auf ausreichend erholsamen Schlaf!

Sollten Sie bei Bedarf keine Nachtpflege in Ihrer Nähe finden, fragen Sie einen ambulanten Pflegedienst nach häuslicher Nachtpflege.

 

Was kostet Nachtpflege?

Die Kosten unterscheiden sich zwischen den Einrichtungen, können aber beispielsweise zwischen 40 – 80 € liegen. Versicherte mit Pflegestufe (auch Pflegestufe “0”) bekommen Zuschüsse der Pflegeversicherung. Näheres dazu finden Sie in unserer Rubrik Leistungen der Pflegeversicherung.

Bei geringem Einkommen kann das Sozialamt auf Antrag die Restkosten übernehmen. Näheres dazu finden Sie im Kapitel Hilfe zur Pflege in der Rubrik Leistungen der Pflegeversicherung und staatliche Hilfen.

 

Wie finde ich eine geeignete Nachtpflegeeinrichtung?

Obwohl Nachtpflege oft ein wichtiges Entlastungsangebot für Angehörige sein kann, wird sie relativ selten angeboten. Bei lokalen Pflegeberatungsstellen oder bei Ihrer Pflegekasse können Sie sich nach Angeboten in Ihrer Nähe erkundigen. Über Suchseiten im Internet können Sie ebenfalls manche Einrichtungen in Ihrer Nähe finden – am Ende dieser Seite finden Sie einen weiterführenden Link dazu. 

 

Checkliste: Schritte zur Nachtpflege für Angehörige

  1. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über Ihren Wunsch, Nachtpflege zu nutzen. Erklären Sie Ihre Gründe und nehmen Sie ihm oder ihr die Angst vor dieser Umstellung. Machen Sie erst weiter mit dem nächsten Schritt, wenn auch Ihre Angehörigen damit einverstanden sind.
  2. Ihre Angehörigen müssen einen Antrag  bei ihrer Pflegekasse stellen – dabei helfen Ihnen Pflegeberatungsstellen oder Nachtpflegeeinrichtungen. Stellen Sie diesen Antrag so früh wie möglich, denn erst mit einer Zusage können Sie die Kostenübernahme der Pflegekasse bekommen.
  3. Treffen Sie eine Auswahl über Einrichtungen, die für Sie beide in Frage kommen. Schauen Sie sich ruhig vor Ort um. Am besten Sie haben am Schluss mehrere Einrichtungen, die für Sie in Frage kommen. Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse nach, ob die Nachtpflegeeinrichtung von dieser anerkannt wird. So sichern Sie sich die vollen Zuschüsse der Pflegekasse. Notieren Sie sich dabei auch die Kosten, die nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt werden.
  4. Erstellen Sie einen Kostenplan und überprüfen Sie, ob Sie die anfallenden Kosten nach Abzug von Zuschüssen der Pflegeversicherung selbst zahlen können. Sollte Ihr Einkommen diese Kosten nicht decken können, wenden Sie sich an das lokale Sozialamt und beantragen Sie dort die Übernahme der Kosten. Tun Sie das möglichst früh. Lassen Sie sich dabei von Pflegeberatungsstellen beraten.
  5. Wenn die Finanzierung gesichert ist und Sie sich beide für eine Einrichtung entschieden haben, nehmen Sie ein Beratungs- und Vorstellungsgespräch mit der Einrichtungsleitung wahr. Lassen Sie sich auch aufklären, wie die Kostenerstattung mit der Pflegekasse organisiert wird. Klären Sie ebenso noch einmal genau ab, ob all Ihre Bedürfnisse erfüllt werden können. Vereinbaren Sie unter Umständen eine „Probenacht“.

 

Verhinderungspflege

Verhinderungspflege wird auch Ersatzpflege genannt. Sie kann in Anspruch genommen werden, wenn die Hauptpflegeperson für eine kurze Zeit die Pflege nicht ausführen kann, zum Beispiel wegen Krankheit, Urlaub oder beruflichen Verpflichtungen. Der pflege- oder unterstützungsbedürftige Mensch kann dann für diese Zeit in einer Pflegeeinrichtung wohnen. Dort wird die Person pflegerisch versorgt, betreut und kann am Freizeitprogramm teilnehmen. Die Einrichtung kümmert sich um alle Bedürfnisse der Bewohner. Die Verhinderungspflege kann aber auch zu Hause durch einen Pflegedienst oder eine andere, private Pflegeperson erfolgen.

Die meisten Menschen nehmen Verhinderungspflege für einige Tage oder Wochen am Stück in Anspruch. Sie haben aber auch die Möglichkeit, Verhinderungspflege stundenweise zu nutzen, zum Beispiel für einen Nachmittag oder für eine Nacht.

 

Wann ist Verhinderungspflege sinnvoll?

Als Angehörige sollten Sie Verhinderungspflege in Erwägung ziehen, wenn Sie für einige Tage oder Wochen die Pflege oder Betreuung nicht leisten können. Gezwungenermaßen beispielsweise bei einer eigenen Erkrankung oder planbaren Operation oder während einer Geschäftsreise. Außerdem haben Sie als pflegende Angehörige explizit einen Anspruch auf eine Auszeit – auf Urlaub! Dafür dürfen und sollen Sie die Verhinderungspflege (und Kurzzeitpflege) nutzen. Scheuen Sie sich nicht, sich regelmäßig eine Auszeit zu gönnen! So haben Sie neue Kraft für die Herausforderungen des Pflegealltags.

Seit 2013 haben auch Menschen mit Demenz oder eingeschränkter Alltagskompetenz (nach der Wartezeit von 6 Monaten) einen Anspruch auf Verhinderungspflege. Auch wenn noch keine Pflegestufe vorliegt.

Sprechen Sie Ihr Vorhaben gegebenenfalls am besten schon am Anfang mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen ab. Dies kann eine große Veränderung sein und deshalb sollten Sie möglichen Ängsten vorbeugen. Lassen Sie sich außerdem bestenfalls beraten, wenn Ihre Angehörigen eine Demenz haben. Denn hier kann eine frühzeitige Ankündigung noch mehr Ängste auslösen.

 

Was kostet Verhinderungspflege und welche Regelungen sollte Ich kennen?

Verhinderungspflege kann für bis zu 28 Tage und maximal 1.612 € pro Jahr von der Pflegeversicherung finanziert werden. Dabei müssen Sie die 28 Tage nicht am Stück nehmen. Verhinderungspflege ist sehr flexibel nutzbar, z. B. auch stundenweise, wenn Sie als Angehörige ins Theater oder zum Arzt gehen wollen. In diesem Fall wird Ihnen der Tag nicht als Ganzes angerechnet. Mehr Informationen zur Kostenübernahme durch die gesetzliche Pflegeversicherung finden Sie in unserer Rubrik Leistungen der Pflegeversicherung.

Sollten Sie sich für die Übernahme der Verhinderungspflege durch einen ambulanten Pflegedienst entschließen, finden Sie links unter dem Menüpunkt Pflegedienst mehr Informationen zu den Kosten.

Wenn Sie sich für die zeitweise Unterbringung des pflegebedürftigen Menschen in einer (Kurzzeit-) Pflegeeinrichtung oder einer Tages- und Nachtpflegeeinrichtung entschließen, finden Sie links unter dem Menüpunkt Tages- oder Nachtpflege mehr Informationen über die Kosten.

Unter beiden Links finden Sie auch Informationen darüber, wie Sie passende Einrichtungen oder Pflegedienst finden.

Wenn Sie von Ihrer Pflegekasse Pflegegeld bekommen, wird Ihnen dieses auch während der Verhinderungspflege zur Hälfte weitergezahlt.

Seit 2015 gilt zudem: Sie können die Hälfte des Betrages, welcher Ihnen für die sogenannte Kurzzeitpflege zusteht, für die häusliche Verhinderungspflege nutzen – also für Verhinderungspflege zu Hause durch Privatpersonen oder Pflegedienste. Dies sind pro Jahr maximal 806€.

 

Checkliste: Schritte zur Verhinderungspflege für Angehörige

  1. Sprechen Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen über Ihren Wunsch, Verhinderungspflege zu nutzen. Erklären Sie dabei, warum sie diese Auszeit nehmen wollen und nehmen Sie ihm oder ihr gegebenenfalls die Angst vor dieser neuen Situation. Machen Sie erst weiter mit dem nächsten Schritt, wenn auch Ihr Angehöriger damit einverstanden ist.
  2. Entscheiden Sie zusammen mit Ihrem Angehörigen, ob Sie die Verhinderungspflege zu Hause durchführen wollen oder in eine Pflegeeinrichtung gehen. Wenn Sie sich für die Pflege zu Hause entschieden haben, überlegen Sie, ob Sie einen professionellen Pflegedienst, eine 24-Stunden-Betreuung oder eine Privatperson dafür engagieren wollen.
  3. Stellen Sie VORHER einen Antrag auf Verhinderungspflege bei Ihrer Pflegekasse. Stellen Sie diesen Antrag so früh wie möglich, dies erspart Ihnen möglichen Stress bei der Abrechnung oder Kostenerstattung.
  4. Bei Verhinderungspflege in einer Einrichtung:  Treffen Sie eine Auswahl über Einrichtungen, die für Sie beide in Frage kommen. Fragen Sie direkt bei der Einrichtung, ob diese Verhinderungspflege anbietet.
    Schauen Sie sich dann ruhig vor Ort um und vergleichen Sie die Einrichtungen.
    Planen Sie diesen Schritt frühzeitig, wenn möglich, da gerade in der Ferienzeit Verhinderungspflegeplätze begehrt sind. Am besten Sie haben am Schluss mehrere Einrichtungen, die für Sie in Frage kommen. Notieren Sie sich dabei auch die Kosten, die nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt werden.
    Bei Pflege zu Hause durch einen Pflegedienst: Machen Sie sich eine Liste von Pflegediensten in Ihrer Nähe. Neben der Suche im Internet sollten Sie sich, wenn möglich und für Sie erreichbar, Beratung bei einer neutralen Stelle suchen, insbesondere den Pflegestützpunkten oder anderen Beratungsstellen vor Ort. Ihre Pflegekasse sollte Ihnen ebenfalls weiterhelfen können, zumal Sie auch einen Anspruch auf Pflegeberatung haben. Dann sollten Sie die Pflegedienste vergleichen um herauszufinden, welcher Dienst am besten ihren Bedürfnissen entspricht. Machen Sie sich Gedanken darüber, bei was Unterstützung gebraucht wird oder, wenn Ihnen die Leistungsmodule (z. B. „Ganzkörperwäsche“) der Pflegeversicherung bekannt sind, welche Leistungen Sie brauchen.
    Bei Pflege zu Hause durch eine Privatperson: Überlegen Sie sich, wer von Ihren Bekannten, Nachbarn oder Verwandten für diese Aufgabe in Frage kommen könnte. Vielleicht hat Ihnen schon mal jemand angeboten, bei der Pflege auszuhelfen oder Sie kennen jemanden, der dies gerne tun würde? Fragen Sie diese Personen dann ganz unverbindlich an und erklären Sie Ihre Situation. Erzählen Sie auch, dass u.U. Fahrtkosten und Verdienstausfall erstattet werden können und u. U. Pflegegeld gezahlt wird. Geben Sie außerdem ein realistisches Bild von der Pflege und Betreuungsaufgaben.
  5. Sobald Sie eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse schriftlich bestätigt bekommen haben, fragen Sie die Einrichtungen nach freien Plätzen oder den Pflegedienst nach der Übernahme der Pflege.
  6. Wenn Sie die Verhinderungspflege durch einen Pflegedienst oder in einer Pflegeeinrichtung durchführen lassen wollen, lassen Sie sich einen Leistungskatalog mit Preisen und zu den in Frage stehenden Leistungen einen Kostenvoranschlag geben. Überprüfen Sie, ob Sie die anfallenden Kosten, nach Abzug der Zuschüsse der Pflegeversicherung selbst zahlen können. In einem Pflegeheim müssen Sie zum Beispiel die Kosten für Unterkunft und Verpflegung selbst zahlen. Auch übernimmt die Pflegekasse die Kosten der Pflege im Heim oder durch den Pflegedienst nur bis 1.612 €, auch wenn die 28 Tage noch nicht ausgeschöpft wurden. Sollte Ihr Einkommen diese Kosten nicht decken können, wenden Sie sich an das lokale Sozialamt und beantragen Sie dort die Übernahme der Kosten. Tun Sie das möglichst früh. Lassen Sie sich dabei von Pflegeberatungsstellen beraten.
  7. Wenn die Kostenübernahme durch die Pflegekasse und die Übersicht über eventuell anfallende Kosten für Sie geklärt sind, können Sie einen Vertrag mit dem Pflegedienst oder der Pflegeeinrichtung abschließen.

 

Alle Texte in dieser Rubrik werden von Experten geprüft. Dieser Text wurde geprüft von Barbara Riethmüller, Vorstandsmitglied im Kreisseniorenrat Ludwigsburg e.V.. Wir danken den jeweiligen Experten für Ihre wertvolle Unterstützung.

24-Stunden-Betreuung

24-Stunden-Pflege meint die Betreuung und Pflege eines Menschen in seiner eigenen Wohnung. Die Betreuungsperson  wohnt dabei in den meisten Fällen in derselben Wohnung und übernimmt neben der Haushaltsführung auch betreuende und begleitende Tätigkeiten. Pflegeaufgaben darf sie nur in gewissem Umfang übernehmen. Diese Form der Hilfe kann jedoch mit einer Person keine tatsächliche Hilfe Rund um die Uhr bieten, da immer auch die deutschen Arbeitsschutzgesetze (beispielsweise maximal 48 Std. Arbeit pro Woche, täglich 11 Stunden Ruhezeit) eingehalten werden müssen. Eine echte 24-Stunden-Betreuung wäre nur im Schichtsystem mit mindestens drei Personen möglich.

 

Wer bietet 24-Stunden-Betreuung an?

Professionelle 24-Stunden-Pflege wird kaum von klassischen ambulanten Pflegediensten angeboten. Die wenigen Pflegedienste, die dieses Angebot vorhalten, leisten die Pflege dann in drei Arbeitsschichten mit mehreren Pflegekräften. Sinnvoll ist diese Lösung manchmal, wenn ein hoher Bedarf an Fachpflege, etwa bei Beatmungspatienten, vorliegt. Dann übernimmt eventuell die Krankenkasse einen Großteil der Kosten.

Die meisten 24-Stunden Kräfte, die zurzeit in Deutschland arbeiten, kommen aus Osteuropa. Diese Haushalts- und Betreuungshilfen sind meist bei einem ausländischen Dienst angestellt, der sie dann nach Deutschland entsendet.

Eine Alternative dazu ist, dass Menschen mit Betreuungs- oder Unterstützungsbedarf oder deren Familien ihre Hilfskraft selbst einstellen. Sie sind dann Arbeitgeber – mit allen Rechten und Pflichten. Das gilt auch für Arbeitskräfte aus Osteuropa.

Sollten Sie sich für eine 24-Stunden Pflegekraft aus Osteuropa interessieren, informieren Sie sich unbedingt zuvor genau. In diesem Bereich gibt es noch viele gesetzliche Graubereiche. Sichern Sie sich deshalb unbedingt vorher rechtlich ab. Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW finden Sie weitergehende Informationen.

Die Hilfen aus dem Ausland sind in der Regel keine ausgebildeten Pflegekräfte. Daher sollte bei umfangreicherem Pflegebedarf immer auch ein ambulanter Pflegedienst mehrmals in der Woche mit in die Pflege eingebunden werden. Sich bei der Pflege einer schwer demenzerkrankten Person allein auf die Hilfe einer im Haus lebenden Person zu verlassen ist fahrlässig. Hier sind noch eher als bei Angehörigen Überlastungssituationen zu befürchten, die dann in Gewalt oder Verwahrlosung münden können. Je höher die Anforderungen an die Betreuungskraft sind, desto mehr begleitende Unterstützungsangebote sind notwendig.

 

Was kostet die 24-Stunden-Betreuung?

Die Beauftragung eines professionellen Pflegediensts für 24 Stunden ist sehr teuer. Die Kosten können hier pro Monat beispielsweise bei 3.000-5.000€ und darüber liegen. Die Kosten für im Haus lebende Betreuungskräfte liegen beispielsweise etwa zwischen 1.700€ und 2.600€, meistens zuzüglich Kost und Logis. Dabei sind die Preise unter anderem abhängig von den Aufgaben, den Deutschkenntnissen und der Qualifikation der Betreuungskraft. Allerdings dürfen diese Personen nicht 24 Stunden am Tag arbeiten. Wenn Sie als Arbeitgeber eine Haushaltshilfe selbst beschäftigen, müssen Sie zusätzlich zum (Tarif-)Lohn auch Sozialabgaben und Steuern zahlen. Hinzu kommen oft Ausgaben für einen Steuerberater, der bei der Abwicklung von Meldungen an Finanzamt und Krankenkasse hilft. Wer einen ausländischen Dienstleister beauftragt, wickelt dies meistens über eine deutsche Vermittlungsagentur ab. Auch diese bekommt für ihre Leistungen Geld.

 

Wie finde ich eine geeignete 24-Stunden-Betreuung?

Wenn Sie sich für eine professionelle 24-Stunden-Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst interessieren, fragen Sie bei Pflegediensten in Ihrer Nähe nach, ob diese so eine 24- Stunden-Pflege anbieten. Adressen erhalten Sie von Ihrer Kranken- und Pflegeversicherung, von Pflegestützpunkten und durch Suchen im Internet.

Wenn Sie einen ausländischen Dienstleister beauftragen wollen, helfen zahlreiche Vermittlungsagenturen im Internet. Aber Vorsicht – viele dieser Angebote bewegen sich im rechtlichen Graubereich. Informieren Sie sich vorher über die wesentlichen rechtlichen Grundlagen und lassen Sie sich im Vertrag des ausländischen Dienstleisters die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen bestätigen. Besonders günstige Angebote sollten stutzig machen.

Wer selbst ArbeitgeberIn einer Haushalts- und Betreuungshilfe werden will, erhält Unterstützung von der Arbeitsagentur, vor allem durch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Bonn. Diese hat zahlreiche Informationen im Internet eingestellt und vermittelt Ihnen auch Bewerber.

 

Alternativen zur 24-Stunden Betreuung

Allein aufgrund der Kosten kommt eine ausländische Hilfe für Viele nicht in Frage. Manchmal hilft aber eine geschickte Kombination von professionellen und ehrenamtlichen Hilfen, die auch durch die Kranken- und Pflegekassen finanziert werden können.

Insbesondere die Kombination von folgenden Angeboten kann helfen, die Betreuung und Pflege Ihrer Angehörigen zu gewährleisten und entlastet Sie als Pflegeperson:

  • ambulante Pflegedienste
  • Tagespflege
  • stundenweise Verhinderungspflege
  • Betreuungsangebote
  • Kurzzeitpflege
  • Haushaltshilfe

Kann die Pflege zu Hause trotz der Unterstützungsangebote nicht gesichert werden, können Sie über den Umzug in eine Einrichtung oder ein Wohnangebot mit umfassendem Betreuungsangebot nachdenken. Neben den klassischen Pflegeheimen, gibt es mittlerweile auch neue Wohnkonzepte, etwa ambulant betreute Wohngemeinschaften, die von den Pflegekassen besonders unterstützt werden.

 

Alle Texte in dieser Rubrik werden von Experten geprüft. Dieser Text wurde geprüft von Mitarbeitern einer Verbraucherzentrale. Wir danken den jeweiligen Experten für Ihre wertvolle Unterstützung.

Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel sind technische Geräte oder Verbrauchsmaterialen, die die Pflege erleichtern sollen. Beispiele für technische Geräte sind Pflegebetten und Hebegeräte. Beispiele für Verbrauchsmaterialen sind Windeln, Desinfektionsmittel oder Gummihandschuhe. Pflegehilfsmittel werden unter bestimmten Voraussetzungen von den Pflegekassen bezahlt.

Abzugrenzen davon sind die sogenannten Hilfsmittel, die von den Krankenkassen bezahlt werde. Diese stehen Versicherten zu, die eine Krankheit oder eine Behinderung haben. Für Laien und manche Experten sind die Unterschiede zwischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln nicht immer einfach zu verstehen. Einfach gesagt haben Hilfsmittel den Zweck, eine Behinderung auszugleichen oder ihr vorzubeugen. Mehr zu Hilfsmitteln können Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW lesen.

Die Kranken- und Pflegekassen haben einen Katalog (Hilfsmittelverzejchnis) erstellt, der alle (Pflege-) Hilfsmittel umfasst. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Katalog nicht abschließend ist. Theoretisch können Sie auch die Kostenübernahme von nicht gelisteten Pflegehilfsmitteln beantragen, wenn diese die oben genannten Kriterien erfüllen. Den Katalog finden Sie hier im Internet.

 

Wann sollte ich mich über Pflegehilfsmittel informieren?

Pflegehilfsmittel können Menschen mit Pflegebedarf die selbstständige Lebensführung erheblich erleichtern – zum Beispiel Greifarme oder spezielle Multifunktionsrollstuhle. Für pflegende Angehörige können beispielweise Hebegeräte oder Pflegebetten die körperlichen Belastungen der Pflege stark mindern. Sie sollten sich also im Falle der Pflegebedürftigkeit jederzeit über Pflegehilfsmittel informieren. Vielleicht entdecken Sie dabei Hilfen, von denen Sie noch gar nicht wussten.

Verbrauchsmaterialen sollten Sie ebenfalls als Pflegehilfsmittel beantragen, wenn diese notwendig geworden sind. Gerade Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe können Sie bei der Pflegehygiene gut unterstützen.

Wenn Sie von der Pflegekasse Pflegehilfsmittel bekommen, steht Ihnen auch eine Anleitung und Einweisung in die Bedienung und den Umgang mit dem Gerät oder Material zu. Manche Geräte werden Ihnen meist auch nur geliehen, müssen also nach Gebrauch wieder zurückgegeben werden.

 

Tipp: Ein Hausnotrufsystem zählt auch zu den Pflegehilfsmitteln. Die Kosten dafür können also von der Pflegekasse übernommen werden.

Wer muss für die Kosten der Pflegehilfsmittel aufkommen?

Laut Gesetz müssen die Pflegekassen die Kosten für Pflegehilfsmittel unter bestimmten Umständen übernehmen. Für technische Pflegehilfsmittel müssen Versicherte einen Eigenanteil von 10% bezahlen. Dieser Eigenanteil darf aber nicht mehr als 25€ sein. Wenn Sie technische Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse nur geliehen bekommen, müssen Sie keinen Eigenanteil bezahlen. In Härtefällen können Sie von der Zuzahlung befreit werden. Mehr Informationen dazu können Ihnen Pflegeberatungsstellen geben.

Für Verbrauchsmaterialen bekommen Sie von der Pflegekasse monatlich maximal 40€. Einen Eigenanteil müssen Sie dafür nicht bezahlen. Bei der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit durch den MDK können Sie diesen Antrag auf Verbrauchsmaterialen gleichzeitig stellen.

 

Checkliste: Schritte zu den Pflegehilfsmitteln für Angehörige

  1. Sprechen Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen über Ihren Wunsch, Pflegehilfsmittel zu beantragen. Das ist wichtig, weil nur der pflegebedürftige Mensch selbst, als Versicherter, den Anspruch auf die Kostenübernahme hat. Die Entscheidung zur Beantragung eines Pflegehilfsmittels muss also Ihr Angehöriger selbst fällen – es sei denn es besteht eine Betreuung.
  2. Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, welche Pflegehilfsmittel es gibt und wobei Sie diese unterstützen können. Orientieren Sie sich dabei an den Grundsätzen zur Kostenübernahme der Pflegekassen: Erleichterung der Pflege, Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen, selbständigere Lebensführung ermöglichen.
    Da der Katalog sehr umfangreich ist, können Sie sich auch von Pflegeberatungsstellen beraten lassen, welche Pflegehilfsmittel für Sie sinnvoll sind.
  3. Wenn Sie ein geeignetes Pflegehilfsmittel gefunden haben, stellen Sie einen Antrag auf das Pflegehilfsmittel bei Ihrer Pflegekasse. Bei der Formulierung des Antrags kann Sie bei Bedarf eine Pflegeberatungsstelle unterstützen. Der Antrag kann formlos sein und sollte den Namen Ihres Angehörigen beinhalten, das Geburtsdatum, Versichertennummer und das beantragte Pflegehilfsmittel. Schreiben Sie auch den Grund für die Notwendigkeit des Pflegehilfsmittels dazu und beziehen sich dabei auf die oben in Punkt 2 aufgeführten Grundsätzen zur Kostenübernahme.
  4. Sobald Sie eine Zusage der Pflegekasse schriftlich bekommen haben, können Sie das Pflegehilfsmittel in Sanitätshäusern vor Ort besorgen, die mit Ihrer Kasse kooperieren. Ihre Pflegekasse kann Ihnen die Adressen geben. Verbrauchsmaterialien können Sie auch in Apotheken kaufen. Vor dem Kauf von Pflegehilfsmitteln über das Internet erkundigen Sie sich am besten zuerst bei Ihrer Pflegekasse.
  5. Sollte die Pflegekasse Ihren Antrag ablehnen, lassen Sie sich nicht entmutigen! Sie haben das Recht einen Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Tun Sie das gegebenenfalls innerhalb von 2 Wochen. Pflegeberatungsstellen können Ihnen dabei unabhängig zur Seite stehen und helfen bei der Formulierung des Widerspruchs. Viele Widersprüche sind erfolgreich. Machen Sie also von Ihrem Recht Gebrauch!
  6. Für selbst gekauftes Verbrauchsmaterial als Pflegehilfsmittel reichen Sie gegebenenfalls die Quittungen und Belege zur Kostenerstattung bei Ihrer Pflegekasse ein.

Alle Texte in dieser Rubrik werden von Experten geprüft. Dieser Text wurde geprüft von Karin Dieckmann und weiteren Mitarbeitern von Barrierefrei Leben e.V.. Wir danken den jeweiligen Experten für Ihre wertvolle Unterstützung.

Hausnotruf

Der Hausnotruf ist ein technisches Gerät mit dem Sie zu Hause im Notfall Hilfe alarmieren und erreichen können. Er trägt dazu bei, so lange wie möglich sicher zuhause wohnen zu können. Der Hausnotruf umfasst die Bereitstellung eines Hausnotrufgerätes samt Funksender und die Betreuung durch eine rund-um-die-Uhr besetzte Hausnotrufzentrale. Konkret besteht ein Hausnotrufsystem aus einem Hausnotrufgerät und einem dazugehörigen Funksender. Diesen Funksender mit Hilfeknopf tragen Sie immer bei sich, entweder am Handgelenk oder um den Hals. Sollten Sie Hilfe brauchen, zum Beispiel nach einem Sturz oder Schwindelanfall, drücken Sie den Knopf und das Hausnotrufgerät stellt eine Verbindung zu einer Notrufzentrale her. Über das Hausnotrufgerät können Sie dann den Mitarbeiter in der Notrufzentrale hören und können mit diesem sprechen, egal wo Sie sich in der Wohnung befinden. Die Mitarbeiter in der Notrufzentrale informieren situationsbedingt, je nach Vereinbarung mit Ihnen, Ihre Angehörigen, Nachbarn, Pflegedienste oder Hausarzt. Im medizinischen Notfall erhalten Sie Hilfe von erfahrenen Rettungskräften. Falls Sie nicht in der Lage sind zu sprechen, veranlasst die Notrufzentrale automatisch Hilfe.

Bei der Notrufzentrale werden außerdem private Angaben über Erkrankungen oder Medikamente hinterlegt, sodass die Mitarbeiter in der Notrufzentrale sofort gut informiert sind und im Notfall richtig reagieren können.

Hausnotrufgeräte gibt es in verschiedenen technischen Ausführungen für unterschiedliche Telefonumgebungen sowie mit verschiedenen Diensten. Auch gibt es Zubehör wie Rauch- und Bewegungsmelder, Falldetektoren und andere sogenannte  AAL-Komponenten, die das selbständige Wohnen zuhause unterstützen. Danach richtet sich auch die monatliche Gebühr, die Sie für das Gerät bezahlen müssen.

Die monatlichen Basiskosten beinhaltet die leihweise Bereitstellung des Hausnotrufgerätes samt Funksender sowie die Betreuung durch die rund-um-die-Uhr besetzte Notrufzentrale. Zusätzlich können Sie weitere Dienste in Anspruch nehmen. So bieten viele Anbieter an, den Wohnungsschlüssel zu Ihrer Wohnung anzunehmen bzw. eine Schlüsseldeponie zu organisieren. Damit können dann Helfer und Sanitäter schneller in Ihre Wohnung kommen, wenn Sie nicht mehr in der Lage sein sollten, die Tür zu öffnen.

Viele Hausnotruf-Dienstleister bieten auch die Möglichkeit der sogenannten Tagestaste an, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Dazu drücken Sie einmal täglich eine Taste am Hausnotruf. Falls dies einmal nicht geschehen sollte, ruft der Hausnotruf bei Ihnen an, um sicher zu sein, dass keine Probleme vorliegen. Im Notfall oder falls Sie nicht antworten, werden daraufhin Hilfemaßnahmen eingeleitet. Sie brauchen auch keine Angst zu haben, wenn die Einsatzkräfte mal umsonst kommen, weil sie vergessen haben, sich zu melden.

 

Wie viel kostet ein Hausnotruf?

Die Kosten für Hausnotrufsysteme unterscheiden sich zwischen den Anbietern und hängen vom gewünschten Leistungsumfang ab. Die einmalige Anschlussgebühr einschließlich Einweisung in die Bedienung des Hausnotrufgerätes beträgt je nach gewählter Leistung ab 10 €. Monatlich kostet der Hausnotruf ohne zusätzliche Dienste eine Gebühr von ca. 18€.

Menschen mit einer Pflegestufe, die alleine leben oder oft alleine zu Hause sind, bekommen die Basiskosten für Hausnotruf auf Antrag von der Pflegekasse komplett übernommen. Der Hausnotruf zählt dann als Pflegehilfsmittel. Näheres zur Beantragung von Pflegehilfsmitteln finden Sie in dieser Rubrik unter dem Punkt “Pflegehilfsmittel” .

Hausnotrufteilnehmer ohne Pflegestufe, aber mit hohem Sturzrisiko, können bei geringem Einkommen und Vermögen den Hausnotruf über das Sozialamt finanziert bekommen. Lassen Sie sich dazu von Pflegeberatungsstellen in Ihrer Nähe beraten.

Alle Texte in dieser Rubrik werden von Experten geprüft. Dieser Text wurde geprüft von Michaela Stevens Geschäftsführerin www.initiative-hausnotruf.de. Wir danken den jeweiligen Experten für Ihre wertvolle Unterstützung.</span>

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Diese Texte wurden im August 2015 zuletzt aktualisiert. Sollten Sie Fehler auf dieser Seite finden, so schreiben Sie uns bitte ein Email an innovage@wir-pflegen.net