Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind Gruppen von Menschen, die sich regelmäßig treffen und sich über ein gemeinsames Thema austauschen. Sie haben vielleicht schon von Selbsthilfegruppen für Menschen mit einer Krebserkrankung oder einer Parkinsonerkrankung gehört, aber auch für pflegende Angehörige und Freunde gibt es inzwischen vielerorts zahlreiche solcher Angebote.

Die Mitglieder der Gruppe entscheiden meist gemeinsam, über welche Themen Sie sprechen möchten – das können beispielsweise Probleme mit der Pflegeversicherung sein, Tipps zur Beantragung einer Pflegestufe oder aber auch einfacher, heiterer Small Talk. Viele Besucher einer Selbsthilfegruppe schätzen den emotionalen Beistand und Rückhalt, den sie in der Gruppe erfahren. Aber auch die Möglichkeit zum Austausch der eigenen Erfahrungen und Belastungen ist für viele Besucher wichtig.

Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe?

Vorab: Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen ist normalerweise kostenlos und sie stehen allen frei, die zur Zielgruppe der jeweiligen Gruppe gehören.

In Städten gibt es meist vergleichsweise mehr Angebote an Selbsthilfegruppen als in ländlichen Gegenden. Ein guter Startpunkt zum Finden einer geeigneten Gruppe ist das Internet, die Alzheimer Gesellschaften und Ihre lokale Selbsthilfekontaktstelle. Einige Links dazu finden Sie unten.

Wenn es in Ihrer Nähe keine für Sie passende Gruppe gibt, haben Sie immer die Möglichkeit, selbst eine solche Gruppe zu gründen. Dabei unterstützen Sie insbesondere die Selbsthilfekontaktstellen, auf deren Internetseite Sie sich auch ausführlich zur Gründung einer Gruppe informieren können.

Hilfreiche Tipps

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Selbsthilfegruppe das richtige für Sie ist, können Sie meist Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch mit der Gruppenleiterin oder dem Gruppenleiter klären. Auch eine „Probeteilnahme“ ist oft möglich, sodass Sie sich die Gruppe einmal anschauen können.

Generell ist es jedem Teilnehmenden freigestellt, wie er sich in einer Selbsthilfegruppe einbringt. Manche ziehen es vor, eine eher passive und zuhörende Rolle einzunehmen, während Andere gerne über Ihre Erfahrungen berichten und Diskussionen schätzen.

Oft nehmen pflegende Angehörige nicht an Selbsthilfegruppen teil, da Ihnen die Zeit dazu fehlt oder die Wege zu weit sind. Damit Sie aus diesen Gründen nicht auf den hilfreichen Austausch mit anderen Angehörigen verzichten müssen, gibt es insbesondere zwei Möglichkeiten: Ausgewählte Selbsthilfegruppen, bei denen gleichzeitig Ihre pflegebedürftigen oder demenzerkrankten Angehörigen von qualifiziertem Personal versorgt werden und Selbsthilfe im Internet, beispielsweise in Internetforen. Einige ausgewählte Foren finden Sie unten.

Freizeitaktivitäten für pflegende Angehörige

Sie als pflegende Angehörige wissen selbst am besten, dass durch die Pflege oder Betreuung eines Menschen oft weniger Zeit für sich selbst bleibt. Obwohl die Zeit mit der pflege- oder betreuungsbedürftigen Person oft als sehr gewinnbringend sein kann, ist es auch wichtig, dass Sie sich Zeit für eigene Hobbies, Freunde und zum Entspannen gönnen. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass durch solche Auszeiten und Pausen die Gesundheit und Lebensqualität von Angehörigen verbessert werden kann. Dadurch profitieren auch die pflege- oder unterstützungsbedürftigen Angehörigen.

Manche Vereine, Initiativen, soziale Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen bieten aus diesen Gründen diverse Freizeitaktivitäten für pflegende Angehörige an. Das sind zum Beispiel Gesprächskreise, Kaffeestunden oder Sportangebote. Manche Angebote richten sich ausschließlich an pflegende Angehörige, andere an Angehörige und den pflege- oder unterstützungsbedürftigen Menschen gleichzeitig und andere stehen auch anderen offen, die nichts mit Pflege oder Betreuung zu tun haben.

Die Häufigkeit und Breite solcher Angebote ist allerdings regional in Deutschland sehr unterschiedlich ausgeprägt. Erste Anlauf- oder Informationsstellen können Pflege-, Senioren- und Angehörigenberatungsstellen sein. Diese haben meist einen sehr guten Überblick über regionale Angebote. Natürlich können Sie auch durch eine Internetsuche fündig werden. Im Internet wie im echten Leben können Sie sich dabei bei Gemeinden, Kirchen, Vereinen wie der Alzheimer Gesellschaft und Wohlfahrtsorganisationen erkundigen. Oft werden auch in Nachbarschaftshäusern, Seniorenbegegnungsstätten und Mehrgenerationenhäusern Freizeitangebote angeboten.

Mehrgenerationenhäuser

In Deutschland gibt es über 400 Mehrgenerationenhäuser. Sie sind soziale Einrichtungen, die Treffpunkte und Begegnungsmöglichkeit für die Bewohner eines Stadtteils bieten. Sie sind, im Gegensatz zu Seniorenbegegnungsstätte oder Jugendtreffs, für alle Altersgruppen offen.

In Mehrgenerationenhäusern werden viele Kurse und Aktivitäten angeboten. Zum Beispiel Computerkurse, Tanzkurse oder Sprachkurse. Es gibt oft Angebote für Kinder, Familien, Jugendliche, Eltern und Senioren. Manche Häuser sind auch ein Treffpunkt für Menschen mit Pflegebedarf und Menschen mit Demenz. Dort werden dann für diese Menschen eigene Freizeitaktivitäten angeboten.

Auch die Beratung von pflegenden Angehörigen wird in manchen Mehrgenerationenhäusern angeboten. Um ein Haus in Ihrer Nähe zu finden, können Sie die Suchfunktion auf der Internetseite der Häuser benutzen.

Dort wird auch zu jedem Haus beschrieben, welche Angebote dort stattfinden. Generell sind die Angebote, ob Beratung oder Freizeitaktivitäten, kostenlos.

 

Externe Links

Selbsthilfe Kontakt & Informationsstelle mit großer Datenbank zu Gruppen vor Ort.Zu dieser Seite gehen...
 Dieser Text wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert. Bei Fehlern schreiben Sie uns bitte eine Email an innovage@wir-pflegen.net