Ehrenamtliche Hilfen

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind die „dritte Säule“ des Pflegesystems in Deutschland. In der häuslichen Pflege und Betreuung sind sie neben der Familie, Freunden, Bekannten und beruflichen Pflegekräften nicht mehr wegzudenken. Dabei ist wichtig zu wissen, dass ehrenamtliche Helferinnen und Helfer keine Pflegeaufgaben durchführen dürfen. Sie kümmern sich meist um die Betreuung und die Freizeitgestaltung des pflege- oder betreuungsbedürftigen Menschen.

Ehrenamtliche Hilfen entlasten Sie als Angehörige und ermöglichen es Ihnen, sich Zeit für sich oder anstehende Aufgaben zu nehmen. Dabei ist Ehrenamt nicht gleich Ehrenamt, es lassen sich zwei Gruppen von ehrenamtlichen Hilfen bilden: Die erste Gruppe sind ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die von einer Organisation vermittelt werden, zum Beispiel von der Caritas oder AWO. Die zweite Gruppe sind ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die selbst organisiert werden. Zum Beispiel Nachbarn, Kollegen oder Bekannte.

Ehrenamtliche Hilfen, die von Organisationen vermittelt werden

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer werden von der wohltätigen Organisation extra geschult. Sie haben somit ein gutes Vorwissen über die Besonderheiten der Betreuung Ihrer Angehörigen. Die Helfer geben, je nach eigenen Möglichkeiten, einige Stunden ihrer Zeit, meist einen Nachmittag pro Woche für die ehrenamtliche Betreuung. Typische Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer sind:

  • Spaziergänge mit Ihren Angehörigen
  • Künstlerische Beschäftigungen, wie malen oder zeichnen
  • Singen
  • Kochen
  • Gesellschaftsspiele
  • Fotoalben anschauen

Ehrenamtliche Helfer, die sich um Menschen mit Demenz kümmern, bieten oft Aktivitäten an, die das Gedächtnis des Menschen trainieren. Zum Beispiel Gedächtnistrainings oder das gemeinsame Anschauen von Fotoalben.

Natürlich wird von der vermittelnden Organisation darauf geachtet, dass ein Helfer oder eine Helferin gefunden wird, die zu Ihnen und Ihren Angehörigen passt. Sie und die Helfer haben das Recht, das Engagement jederzeit zu beenden. So können Sie die Betreuung durch Ehrenamtliche auch erst einmal ausprobieren, wenn Sie unsicher sind, ob eine fremde Person im Haus Ihrer Pflegesituation hilft oder nicht.

Die ehrenamtlichen Hilfen, die von Wohlfahrtsorganisationen oder anderen Vereinen vermittelt werden, sind meist nicht ganz kostenlos. Es muss unter Umständen ein kleiner Beitrag gezahlt werden. Dadurch werden oft die Schulung der Ehrenamtlichen und eine kleine Aufwandsentschädigung finanziert. Unter Umständen können die Kosten allerdings von der Pflegeversicherung im Rahmen der Verhinderungspflege oder der Zuschüsse zu zusätzlichen Betreuungsleistungen übernommen werden.

So finden Sie ehrenamtliche Helfer über Wohlfahrtsorganisationen oder Vereine:

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen über die Möglichkeit, ehrenamtliche Hilfe zu nutzen. Zeigen Sie auf, welche Argumente dafür sprechen, wie ihr/e Angehörige/r davon profitieren kann und wie es auch Ihnen nutzen kann.
  2. Machen Sie sich zusammen ein Bild davon, wann und wie oft Sie ehrenamtlich Hilfe in Anspruch nehmen wollen und welche Aktivitäten ihr/e Angehörige/r gerne mit diesem Menshen unternehmen möchte.
  3. Suchen Sie Vereine oder Organisationen in Ihrer Nähe, die ehrenamtliche Hilfen vermitteln. Dazu haben Sie diverse Möglichkeiten:
    • Fragen Sie bei lokalen Wohlfahrtsorganisationen, wie Caritas, AWO, DRK, Diakonie etc. nach, ob diese Ehrenamtliche Hilfen vermitteln.
    • Fragen Sie bei lokalen Pflegeberatungsstellen nach. Diese können Ihnen auf jeden Fall weiterhelfen.
    • Fragen Sie bei Ihrer Kirchengemeinde oder Stadt nach. Manchmal vermitteln Kirchen und Städte auch Ehrenamtliche.
    • Suchen Sie im Internet. Sie können in einer Suchmaschine nach „Ehrenamtlichen Hilfen + Pflege + Ihr Wohnort“ suchen. Außerdem können Sie Ehrenamt-Datenbanken benutzen, wie die der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen: http://bagfa.de/index.php?id=71
  4. Wenden Sie sich telefonisch oder per Email an die jeweilige Organisation und fragen Sie, wie Sie die Unterstützung durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bekommen können.
  5. Informieren Sie sich auch darüber, welche Kosten dabei für Sie entstehen und ob es eine Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Pflegeversicherung gibt.
  6. Vereinbaren Sie einen Probebesuch des ehrenamtlichen Helfers. Manchmal kann es passieren, dass sich beim ersten Besuch noch nicht alles „rund“ anfühlt. Die Situation mag für alle ungewohnt sein. Bevor Sie sich dann gegen die ehrenamtliche Hilfe durch diesen Menschen entscheiden, überlegen Sie, ob nicht ein oder zwei weitere Termine helfen können, um eine gute Beziehung aufzubauen.

 

Dieser Text wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert. Schreiben Sie uns bei Fehlern bitte eine Mail an innovage@wir-pflegen.net